Schön, brauchbar, praktisch – und süß

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Heilbronn - Aller (Schul-)Anfang ist schwer. Deshalb gibt es hier Vorschläge, was in die Tüte kommt. Damit sie auch kleine Leute stolz in die Schule tragen können, und damit sie nicht gar zu teuer wird. Außerdem soll sie nicht irgendetwas, sondern etwas Sinnvolles enthalten.

Von Gertrud Schubert
/mosaic/tmp/piepsDAAfvaOLi

Heilbronn - Ruckzuck sind 50 Euro weg. Die Tüte ist prasselvoll, so voll, dass sie der arme Erstklässler am ersten Schultag kaum noch ins Klassenzimmer schleppen kann. Vorne umarmt er seine Schultüte so fest es geht, hinten drückt der Ranzen. Zum Glück kommen Papa und Mama mit und helfen beim Tragen.

Aller (Schul-)Anfang ist schwer. Deshalb gibt es hier Vorschläge, was in die Tüte kommt. Damit sie auch kleine Leute stolz in die Schule tragen können, und damit sie nicht gar zu teuer wird. Außerdem soll sie nicht irgendetwas, sondern etwas Sinnvolles enthalten.

„Sie soll nicht überladen werden“, sagt Sabine Kunner-Grüne, die jetzt wieder eine erste Klasse in der Heilbronner Wartbergschule unterrichten wird: „Zuschütten muss man sie nicht“, bloß damit sie voll wird. Klar wird verglichen, klar ist der Inhalt der Tüten in den ersten Tagen Gesprächsstoff unter den Schulanfängern. Doch nicht auf die Masse, auf „etwas Besonderes“ komme es an.

Schön, brauchbar, praktisch – das sind für die Lehrerin die Schultütenfüllregeln. Und etwas Süßes darf natürlich auch rein „als Füller, aber da sollte man sich zurückhalten“.

Allein schon die Tüte ist nicht billig. 9,99 Euro kostet sie im Supermarkt, für eine schicke Piratentüte sind im Schreibwarenhandel sogar knapp 30 Euro zu berappen. Häufig basteln die Mütter ja im Kindergarten den spitzigen Pappbehälter für ihren glücklichen Erstklässler. Doch selbst bei gemeinsamer Anschaffung des Bastelmaterials sind meist drei bis fünf Euro pro Kopf und Tüte fällig. Richtig teuer aber macht sie der Inhalt.

„Selbst bei Kleinigkeiten läppert es sich nachher zusammen“, weiß Sabine Kunner-Grüne aus Erfahrung. Regenbogenstift, ein kleines Fotoalbum, ein Kuscheltierchen, ein Buch – „die Kinder lernen ja lesen“, ein Glücksbringer, ein Spiel, zählt sie Schätze auf, die sie vor zwei Jahren in die Schultüte ihres Jungen gepackt hat.

Sie hat mehrere Vorschläge, wie man unnötige Kosten vermeidet. Es gibt Dinge, die sind nichts für Schulanfänger: Computerspiele, irgendwelche Lernprogramme und Han-dys kann man sich sparen. Das Mäppchen gehört für die Lehrerin in den Schulranzen. „Das sage ich den Eltern auch beim Elternabend in der nächsten Woche.“ Die Kinder kommen so voller Erwartung in die Schule, sie wollen ja Schule erleben. Also brauchen sie ihre Stifte gleich in der ersten Schulstunde ihres Lebens griffbereit. Eine gute Sparmethode ist, so die Lehrerin, praktische Dinge, die man sowieso für die Schule anschaffen muss, in die Schultüte zu stecken: Kleber, Schere, Trinkflasche, Vesperdose.

Und solche Sachen können ja auch Tanten, Omas und Paten beisteuern. „Jeder will was drin haben in der Tüte“, beobachtet Sibylle Sauter im Heilbronner Spielwarengeschäft Kinderparadies. Etwas Kleines soll es oft sein, das ein großes Geschenk zum Schulanfang wie Schulranzen oder Kleidung ergänzt. Auch so kommt wieder allerhand zusammen. Sibylle Sauter rät ihren Kunden, sich abzusprechen.

Nach oben  Nach oben