Pendler zwischen den Welten

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Schwaigern - Mamuka Gaganidze aus Georgien gibt Konzerte in vielen Ländern und Unterricht an der Musikschule

"Die deutschen Kinder sind so begabt", sagt Mamuka Gaganidze. Hier mit zwei Nachwuchsmusikern in der Musikschule Schwaigern.Foto: Guido Sawatzki
"Die deutschen Kinder sind so begabt", sagt Mamuka Gaganidze. Hier mit zwei Nachwuchsmusikern in der Musikschule Schwaigern.Foto: Guido Sawatzki

Schwaigern - Mit drei Jahren hat er gesungen, ehe er richtig sprechen konnte. Mit sechs Jahren hat er sein erstes Konzert gespielt. In einer berühmten Kinderband in seiner Heimat Georgien. Die Musik hat ihn nie losgelassen. Seit vier Jahren lebt Mamuka Gaganidze mit seiner Familie in Schwaigern, gibt Konzerte mit seiner dreiköpfigen Band The Shin und spielt bei diversen Projekten vorwiegend in Deutschland und Georgien. Aber auch in Lettland, Marokko und Spanien. In den Musikschulen in Schwaigern und Krautheim unterrichtet er Schlagzeug, Gitarre und Gesang und pendelt ständig zwischen den Welten.

Band

"Schwaigern ist zwar klein, aber es gefällt mir. Denn hier ist es ruhig, und die Leute sind nett", sagt der 40-Jährige. Er hätte auch nach Stuttgart gehen können wie seine Bandmitglieder Zurab Gagnidze und Zaza Miminoshvili. Gemeinsam wohnten sie in Schwaigern-Stetten. "Ich wollte aber mehr Ruhe haben."

Heute Abend spielt er im Theaterhaus in Stuttgart. Mit seiner Band und mit weiteren Musikern: Kristine Karkle und Zane Smite, zwei Sängerinnen aus Lettland sowie dem lettischen Komponisten und Akkordeonspieler Valts Puce. Das Projekt heißt "Es ari". "Mit der Verbindung der temperamentvollen georgischen und der eher sanften lettischen Musik haben wir 2009 Neuland betreten" , erzählt Gaganidze. "Und wir haben Erfolg damit." In Georgiens Hauptstadt Tiflis füllen sie die Hallen − die größte fasst 2200 Zuschauer − und auch im Fernsehen werden ihre Konzerte übertragen. In der Kaukasus-Republik ist er bekannt. Dort wird er umjubelt.

"Wir sind nach Deutschland gekommen, um Karriere zu machen und wollten danach wieder zurück nach Georgien gehen", hat Gitarrist Zaza Miminoshvili einmal gesagt. Dass diese Phase jedoch knapp 20 Jahre dauern würde, habe er damals nicht gedacht. Außerdem haben sie inzwischen längst Gefallen gefunden an ihrer neuen Heimat.

Seit den 90er Jahren sind "die Jungs", wie Gaganidze seine Bandmitglieder nennt, in Deutschland. Er selbst arbeitete Ende der 90er in Bremen als Musiker bei einem Musical, ehe er 2002 zu The Shin stieß, weil dort ein Sänger gesucht wurde. "Dass ich nach Schwaigern kam, war Zufall", sagt der 40-Jährige.

Ethno-Jazz ist die Musik, die sie spielen. Das Orchester der Kulturen ist ein weiteres Beispiel für ihre Experimentierfreudigkeit. Dieses Projekt, mit 34 Musikern aus aller Herren Länder, die alle in Baden-Württemberg leben, soll nach der erfolgreichen Premiere vor vier Wochen in Stuttgart mit weiteren Konzerten in Deutschland fortgesetzt werden.

Spaß

Auch die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in Schwaigern und Krautheim macht Mamuka Gaganidze Spaß. "Die deutschen Kinder", schwärmt er, "sind so begabt. Aber sie könnten noch mehr aus sich herausholen, wenn sie nicht so sehr beschäftigt wären."

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