Neue Anlage mit topmoderner Technik

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Nordheim - Gelb, rot, blau. 61 Meter lang. Die in den sechs Meter hohen Hang eingebaute Rutsche im Nordheimer Freibad gefällt Lea Conte aus Nordhausen am besten.

Von Rolf Muth



Nordheim - Gelb, rot, blau. 61 Meter lang. Die in den sechs Meter hohen Hang eingebaute Rutsche im Nordheimer Freibad gefällt Lea Conte aus Nordhausen am besten. Flott, wie auf anderen Spaßrutschen, geht es hier zwar nicht ab − also nichts für große Jungs und Mädels. Dafür führt die flache Anlage auch ins Erdreich. 18 Meter rutscht man hier also unter Tage. Toll. Eine Familienkarte hätte sich dieses Jahr bei diesem Wetter wirklich gelohnt. Schwamm drüber. Sibylle Conte geht mit ihrer Tochter (6) und Sohn Louis (4) trotzdem zwei bis drei Mal in die überschaubare Freizeitanlage. Hier hat sie die Kinder immer im Blick, liebt die hohen, Schatten spendenden Bäume.

Prächtig

Schon von weitem wird der Badegast von einem 3,50 Meter hohen, rosa blühenden Oleander begrüßt. Etliche schattige Parkplätze garantieren, dass sich der Fahrgastraum des Pkw nicht zu sehr aufheizt.

Dagmar Widmer begrüßt die Besucher freundlich am Eingang. Wer versucht, sich hier an der Kasse vorbeizumogeln, ohne die Dauerkarte zu zeigen, hat Pech. "Manche sind schwierig, versuchen"s trotzdem." Die 48-Jährige lässt sich nicht erweichen. "Bei 2100 Dauerkarten kann ich mir nicht jedes Gesicht merken." Hier, direkt an der Pforte, sind die Schließfächer angebracht. Widmer hat sie ständig im Blick. Kein geeigneter Tummelplatz für Langfinger. Gleich daneben, die sehr sauberen Kabinen und Toiletten. Dafür sorgt Putzfrau Erika Balin akribisch.

Das Freibadareal gleicht einem Park. Die mächtigen Bäume sind Jahrzehnte alt. 20 Meter hohe Birken, Weiden, japanische Schnurbäume − eine Wucht. Mitten in diesem 1,5 Hektar großen Gelände eingebettet liegen die solarbeheizten Schwimmbecken aus Edelstahl mit fünf Bahnen, wo die DLRG regelmäßig Kurse gibt: 25 Meter für die Schwimmer, ein ebenso langes für die Nichtschwimmer, ein als Segelschiff gestaltetes Kinderplanschbecken mit Rutsche. Im Nichtschwimmerbereich ein Kletternetz über der Wasseroberfläche, an dem man entlanghangeln kann.

Bademeister Matthias Barthel hat hier eine Traumstelle gefunden. Die Anlage wurde 2008 eingeweiht. Vier Millionen Euro hat Nordheim in den Neubau gesteckt. Vom alten, 1939 gebauten Bad ist nur der Baumbestand geblieben. Der Platz ist allerdings begrenzt. Sportmöglichkeiten, wie Volleyball, gibt es nicht. Fußball auf einem Wiesenabschnitt nur dann, wenn die Besucherzahl noch nicht so groß ist.

Die Technik − vom Feinsten. Hier im Keller des Betriebsgebäudes werden die eine Million Liter Wasser der Becken gereinigt, zudem pro Tag und Badegast 30 Liter Frischwasser zugeleitet.

Freundlich Lange Schlangen? Kaum. Am Kiosk sorgen die freundlichen Mitarbeiter um Chefin Ursula Bach gleich an drei Ausgabe- und Rücknahmestellen für den reibungslosen Ablauf. Jannis Gillmann (11) aus Nordhausen ist gerne hier, mampft genüsslich seinen Cheeseburger: "Der ist sooo lecker."

Der Besucherrekordbesuch im kleinen Nordheimer Freibad mit 1870 Badefans wurde Mitte Juli erreicht.Fotos: Andreas Veigel
Der Besucherrekordbesuch im kleinen Nordheimer Freibad mit 1870 Badefans wurde Mitte Juli erreicht.Fotos: Andreas Veigel
Die 63 Meter lange Wasserrutsche verläuft auch unter der Erde.
Die 63 Meter lange Wasserrutsche verläuft auch unter der Erde.
Am Kletternetz im Nichtschwimmerbecken hangeln sich Badefans entlang.
Am Kletternetz im Nichtschwimmerbecken hangeln sich Badefans entlang.
 

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