Mobile Sammlung wird gestärkt

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Stationäre Schadstoffsammelstelle des Landkreises schließt zum Jahresende

Von unserem Redakteur Herbert Kaletta
Nach 18 Jahren ist Ende 2011 Schluss. Das Areal inklusive Bau- und Recyclinghof hat die Stadt Neckarsulm an Audi verkauft.
Nach 18 Jahren ist Ende 2011 Schluss. Das Areal inklusive Bau- und Recyclinghof hat die Stadt Neckarsulm an Audi verkauft.

Neckarsulm - Ob alter Lackrest oder Pflanzenschutzmittel: 254 Tonnen Schadstoffe wurden 2010 im Landkreis Heilbronn gesammelt. 116 davon in der Schadstoffsammelstelle in Neckarsulm. Die wird geschlossen, das System wird umgekrempelt. Es soll künftig deutlich mehr mobile Sammlungen geben. "Der Service wird sogar besser und die Kosten werden gesenkt, was gut für die Gebühren ist", verspricht Norbert Raatz, Leiter des Landkreis-Abfallwirtschaftsamts.

Ausgangspunkt der Überlegungen war, dass die Stadt Neckarsulm den Bau- und Recyclinghof, der wie eine Insel im Audi-Gelände lag, an den Autobauer verkauft hat, der Platz benötigt. Dort hatte der Landkreis auch per Pachtvertrag seit 1993 die Schadstoffsammelstelle eingerichtet. Neckarsulm baut gerade einen neuen Bauhof, der neue Recyclinghof an der Rötelspange wurde vor zwei Wochen eingeweiht. Einen Ersatz für die Schadstoffsammelstelle wird es nicht geben.

"Zu teuer", sagt Norbert Raatz. Überlegungen, woanders in Neckarsulm einen neuen Standort zu finden, gab es. Aber nachdem klar war, dass das bei den heutigen strengen Auflagen rund 700 000 Euro kostet, suchte man andere Lösungen für die an drei Tagen insgesamt 9,5 Stunden pro Woche geöffnete Sammelstelle. Die zwei Teilzeitkräfte, die dort noch bis Jahresende arbeiten, werden anderswo im Landratsamt weiterbeschäftigt, versichert Raatz.

Ortsnah Bis zum Jahr 2004 gab es zwei mobile Sammlungen pro Jahr, seitdem fährt das Sammelmobil in den Städten und Gemeinden insgesamt 78 Sammelpunkt pro Jahr an. Von Frühjahr bis Herbst, denn im Winter ist das mit dem Gefahrgut wegen der Verkehrs- und Witterungsverhältnisse zu gefährlich und schwierig.

"Die Leute wollen die Schadstoffe ortsnah abgeben", sagt Norbert Raatz, das erklärt auch, dass bei den mobilen Sammlungen auf die Zeit gerechnet, weit mehr zusammenkam. Stationär waren es 2010 in 500 Jahresstunden 116 Tonnen, bei den mobilen Sammlungen 138 Tonnen in nur insgesamt 70 Stunden.

Diese Zeit wird nun verdoppelt auf 140 Stunden. Die Sammeltage steigen von 13 auf 27. 23 sind samstags, vier donnerstags. Zu der mobilen Sammlung wie bisher mit 78 Haltepunkten wird es an 14 größeren Orten mehrmals pro Jahr Schadstoffsammlungen geben. Es wird aber weiterhin eine stationäre Sammlung für jene Schadstoffe geben, die rund 50 Prozent der Gesamtmenge ausmachen: Dispersionsfarben. Solche Reste wird man künftig bei den früheren Deponien im Eberstadt und Schwaigern-Stetten sogar an sechs Tagen abgeben können. Und beim neuen Neckarsulmer Recyclinghof an dessen drei Öffnungstagen.

Optimierung "Es sind trotz Ausweitung 10 000 Euro weniger Kosten als bisher", sagt Norbert Raatz. Weil man gute Verträge hat. Das gilt allerdings im Vergleich mit der bereits abgeschriebenen, alten stationären Sammelstelle in Neckarsulm. Hätte man die Abschreibung einer neuen bezahlen müssen, so wäre die Sache für 15 Jahre um weitere 45 000 Euro pro Jahr teurer. "Es ging uns aber bei den Schadstoffen nicht zuerst ums Geld, sondern darum, wie man das System so optimieren kann, dass möglichst viel richtig entsorgt wird und nicht in der Toilette oder der Landschaft landet," sagt Raatz.

An, Silvester, 31. Dezember, nehmen sie von 9 bis 13 Uhr zum letzten Mal Schadstoffe in Neckarsulm an: Chemiefachkraft Gertrud Friedrich und ihr Mitarbeiter Roland Jäger.Fotos:Mario Berger/Abe Mossop/Fotolia
An, Silvester, 31. Dezember, nehmen sie von 9 bis 13 Uhr zum letzten Mal Schadstoffe in Neckarsulm an: Chemiefachkraft Gertrud Friedrich und ihr Mitarbeiter Roland Jäger.Fotos:Mario Berger/Abe Mossop/Fotolia
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