Mammut sorgt für Rekordbesuch

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Tripsdrill - Zum Saisonende 2008 ziehen Betreiber des Erlebnisparks zufrieden Bilanz. 600.000 Menschen strömten aufs Gelände. Parkchef Helmut Fischer ist begeistert von diesem Rekord. Der schlechteste Auftakt aller Zeiten mit Schnee und Eis im April ist durch die neue Hauptattraktion wieder ausgeglichen worden

Von Rolf Muth
Die Wagen der Holzachterbahn werden vor der Kulisse der Burg Rauhe Klinge auf ihre Startposition gezogen. Gut eingemummt nutzten viele Besucher die letzten Fahrten dieses Jahres.Fotos: Andreas Veigel
Die Wagen der Holzachterbahn werden vor der Kulisse der Burg Rauhe Klinge auf ihre Startposition gezogen. Gut eingemummt nutzten viele Besucher die letzten Fahrten dieses Jahres.Fotos: Andreas Veigel

Tripsdrill - Märchenhafter Nebel liegt über der Burg „Rauhe Klinge“, gelb-rote Blätter gleiten gemächlich zu Boden. Die Natur stellt sich auf den Winter ein. Und auch der Altweibersommer im Erlebnispark Tripsdrill geht zu Ende.

Plötzlich reißen die aus Millionen feinster Tröpfchen bestehenden Schwaden auf: Mit 85 Sachen pflügt die neue Holzachterbahn Mammut aus dem wallenden Hellgrau, pfeift vorbei - voll beladen mit kreischenden Zuschauern. Überraschend viele Besucher nutzen das letzte Saisonwochenende.

600.000 Menschen strömten 2008 aufs Gelände. Parkchef Helmut Fischer ist begeistert von diesem Rekord. Der schlechteste Auftakt aller Zeiten mit Schnee und Eis im April sei durch die neue Hauptattraktion wieder ausgeglichen worden. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren hatte Tripsdrill 550.000 Besucher, 2007 waren es rund 590.000 gewesen.

Sicherheit geht über alles: Daniel Göttler kontrolliert die Sicherungsbügel.
Sicherheit geht über alles: Daniel Göttler kontrolliert die Sicherungsbügel.
Viele kommen mehrmals im Jahr. So wie Martin und Uli Müller aus Birkenfeld bei Pforzheim. Sie nutzen das letzte Parkwochenende mit ihrer dreijährigen Enkelin Aileen. „Wir waren im Sommer schon mal da. Hier gibt es im Gegensatz zu anderen Freizeitparks auch viele Angebote für die kleinen Kinder.“

Sicherheit

Aber auch die Großen und Mutigen kommen auf ihre Kosten: Daniel Göttler hat ein Auge auf seine Fahrgäste. Jeder einzelne Bügel wird kontrolliert. Sicherheit hat beim Mammut oberste Priorität. „Er ist seit dem Baubeginn der Bahn dabei, kennt jeden der zwei Millionen Nägel“, sagt Parkchef Helmut Fischer über den Schreiner aus Freudenstadt, der zuletzt bei einem Filmprojekt der ARD im Schwarzwald in der Requisite mitgearbeitet hat. Seit der Einweihung im April hat die Bahn über 37 000 Fahrten gemacht und 32 000 Kilometer zurückgelegt.

Und tschüss: Der Park bei Cleebronn schließt bis April seine Tore.
Und tschüss: Der Park bei Cleebronn schließt bis April seine Tore.
100 Saisonkräfte müssen sich übers Winterhalbjahr einen anderen Job suchen oder die Freizeit genießen, wie Alice Popp aus Bönnigheim-Hofen. Die 46-Jährige aus dem historischen Tante-Emma-Laden wird sich um den kleinen Enkel kümmern und „Kräfte sammeln für die kommende Saison“. Über 50 fest angestellte Mitarbeiter jedoch haben alle Hände voll zu tun und bleiben. Die Pflege und Kontrolle der 100 Attraktionen auf dem 77 Hektar großen Gelände stehen an: Bäume zurückschneiden, die Bauwerke pflegen, Fahrzeuge überholen. Gärtner, Elektriker, Mechaniker, Maler und Schreiner haben dazu jetzt fünf Monate Zeit.

Der nach Rust und der Blumeninsel Mainau drittgrößte Freizeitpark in Baden-Württemberg feiert im kommenden Jahr das 80-jährige Bestehen. Dabei wollen die drei Brüder Dieter Fischer (Chef des Wildparks), Roland Fischer (zuständig für Gastronomie) und Parkchef Helmut Fischer Gutes tun: In Kooperation mit dem Sozialministerium dürfen 80 Familien mit Mehrlingen kostenlos den Park besuchen, ebenso wie 2000 Kinder aus verschiedenen Kinderheimen. Als einzige Baumaßnahme für 2009 planen die Fischers den Aufbau eines funktionstüchtigen Sägewerks bei der Achterbahn.

Flugschauen

Aber bitte nicht spritzen: Waschzuberrafting im November.
Aber bitte nicht spritzen: Waschzuberrafting im November.
Im angrenzenden Wildparadies mit 130 Tieren beginnt jetzt die Wintersaison. Bei der Realisierung eines Erlebnisbauernhofes samt Geländeerweiterung um 13 Hektar verhandeln die Betreiber noch mit den Behörden. Die geplanten Volieren für zehn Greifvogelarten und Flugschauen sind hingegen zum Greifen nahe. Bis Ostern, so schätzt Helmut Fischer, ist die erforderliche Naturtribüne fertiggestellt. Nach dem Cleebronner Gemeinderat ist jetzt das Landratsamt mit der Genehmigung am Zug.


  
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