Leingarten: Ein halbes Jahrhundert Abkühlung

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Serie: Freibadtest - Grüne Oase in Leingarten − Kleine Kinder baden im Schatten

Von Tanja Ochs


Serie: Freibadtest - Kurz vor acht stehen die Ersten an der Pforte: Die Frühschwimmer sind jetzt im Leingartener Freibad unter sich. Manche ziehen vor der Arbeit ein paar Bahnen im 50-Meter-Becken, andere genießen die Ruhe vor dem Ansturm. So wie Lothar Schütz (67). Seit zehn Jahren ist der Frankenbacher Stammgast: "Aber mittags haue ich wieder ab." Die Kaffeepause legt er gewöhnlich gegen 11 Uhr am Kiosk bei Gabi Gsell ein.

Die 57-Jährige bietet kleine Gerichte und Getränke an. Dabei gehen nicht nur Pommes mit Ketchup (2,10 Euro) über ihren Tresen, sondern auch Quarkbrötchen und Sportlerweck (je 0,80 Euro). Nachmittags sitzen viele Kinder auf den Plastikstühlen und schlecken Eis.

Das Edelstahlbecken mit 2,5 Millionen Litern Wasser ist der Mittelpunkt des Bades, das bereits seit über 50 Jahren für Abkühlung sorgt. Zwei Mal pro Woche trainiert die DLRG, mittwochs ist Aquafitness.

Rutschen

Am Nichtschwimmerteil stehen zwei Rutschen in unterschiedlicher Größe. Sechs Startblöcke, Ein- und Drei-Meter-Turm finden sich im tiefen Teil des Beckens. Und dazwischen liegt erhöht auf einer treppenförmigen Tribüne das Domizil der Bademeister. Armin Knecht und Norbert Müller haben von hier aus abwechselnd alles im Blick. Bis zu 1900 Badegäste kommen an heißen Tagen, 66 000 waren es insgesamt im vergangenen Jahr.

Wer sich nicht im Wasser aufhält, findet genug Platz auf der gepflegten Liegewiese. Der alte Baumbestand macht das Leingartener Bad zur Oase: Ausreichend Schattenplätze sind ebenso ein Pluspunkt wie genügend Mülleimer. Neben zwei Reinigungskräften kümmern sich zwei weitere Schwimmbadmitarbeiter um die tadellos saubere Wiese und blühende Blumenkästen. Die 35 000 grünen Quadratmeter haben eine hohe Aufenthaltsqualität − nicht zuletzt durch altertümliche Metallgestänge mit Vorhang, die ganz charmant das unbeobachtete Wechseln nasser Badehosen mitten auf der Wiese ermöglichen.

Duschen

Natürlich gibt es auch zeitgemäße Duschen und WCs sowie Kabinen und Schließfächer am Eingang. Ein neues Toilettenhäuschen mit Wickeltisch steht seit drei Jahren auf der anderen Seite in der Nähe des Kinderbereichs. Dieser zeichnet sich durch ein neues Holzklettergerüst und zwei Babybecken aus, die durch einen Wasserlauf miteinander verbunden sind. Letztere stammen zwar noch aus der guten alten Zeit, bieten aber den Jüngsten genügend Möglichkeiten zum Planschen. Und das Beste: Der Bereich liegt komplett im Schatten. Im 28 Grad warmen Wasser können die Kleinen etwas länger sitzen. "Das ist wirklich top", bestätigt Susanne Stenzel. Sie nutzt mit ihren Kindern Paul (3) und Mia (2) den Sommer.

Größere Kinder haben neben Tischtennisplatten ihren eigenen Bereich hinter der Liegewiese: Ein kleines Gartentor führt zu Beachvolleyballfeld und Bolzwiese. Eine Lösung, die allen entgegenkommt: Die Jugend ist hinter der Hecke unter sich, Familien bleiben ungestört.


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