Im Prinz der Sonne entgegen

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NSU-Freunde treffen sich

Von Milva-Katharina Klöppel
Mit dem Prinz aus Osnabrück nach Untereisesheim: Kein Weg war am Sonntag zum Jubiläumstreffen der NSU-Fahrergemeinschaft Neckartal zu weit.Foto: Ralf Seidel
Mit dem Prinz aus Osnabrück nach Untereisesheim: Kein Weg war am Sonntag zum Jubiläumstreffen der NSU-Fahrergemeinschaft Neckartal zu weit.Foto: Ralf Seidel

Untereisesheim - Während in Heilbronn der Trolli-Marathon startet, heißt es in Untereisesheim: „Nicht mehr laufen, Quickly kaufen.“ 750 Euro soll das Moped Baujahr 1957 beim 20. Treffen der NSU-Fahrergemeinschaft Neckartal kosten. Doch die meisten Fahrzeuge sind unverkäufliche Liebhaber-Stücke zum Bestaunen, wie das Kettenkrad aus dem Jahr 1944.

Rundfahrt Nach und nach rollen gelbe, rote und blaue NSU-Prinz, NSU K 70 und NSU Winkel Spider auf das Gelände des Kleintierzüchtervereins. Als es um 13.15 Uhr zur 43 Kilometer langen Rundfahrt über Oedheim nach Neudenau und wieder zurück nach Untereisesheim geht, sind rund 60 Oldtimer und 100 historische Motorräder dabei.

„Aus Kärnten, vom Ossiacher See, kommen die NSU-Freunde mit dem weitesten Anreiseweg“, sagt Joachim Auerbach, der 1977 mit 21 Jahren seinen ersten NSU-Prinz bekam. „Als gebürtiger Neckarsulmer gab und gibt es für mich kein anderes Auto.“

Im Mai 1989 machen die 20 NSU-Freunde um Joachim Auerbach aus ihrer Leidenschaft ein gemeinsames Hobby und gründen die Fahrgemeinschaft. Der Fahrzeugbestand ist zur damaligen Zeit noch sehr überschaubar: Mehrere Quicklys, ein Max-Gespann und ein Prinz 4. „Mit dem Platz ist die Sammelwut immer schlimmer geworden“, gestehen die NSU-Freunde, die heute einen ehemaligen Kuhstall als Garage nutzen. Allein Auerbach zählt vier Autos und vier Motorräder sein Eigen. Sein ganzer Stolz: ein NSU TT, an dem der 52-Jährige in den vergangenen drei Wochen jeden Tag geschraubt hat.

Oldtimer In die Frühlingsluft mischt sich langsam der Geruch von Benzin und Öl. Und statt Musik knattert eines der Motorräder. Vorsichtig schaut Roland Schulz in den Kofferraum des roten NSU TT, wo sich der Motor befindet. „Vor der Bundeswehr bin ich so einen gefahren“, erinnert sich der 51-jährige Weinsberger. „Noch sammle ich nicht, aber das kommt noch.“ Aus Platzmangel wird es aber wohl eher eine Quickly werden.

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