Hitze kurbelt Sprudelabsatz an

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Region Heilbronn - Die aktuelle Hitzewelle freut die Mineralbrunnen und Getränkehändler in der Region. Nach einem bislang äußerst bescheidenen Sommer treiben die heißen Temperaturen die Umsätze beim Mineralwasser in die Höhe.

Von Jürgen Paul
Palettenweise bestellen die Getränkehändler in der Region derzeit Mineralwasser, um den großen Durst der Kunden stillen zu können.Foto: dpa
Palettenweise bestellen die Getränkehändler in der Region derzeit Mineralwasser, um den großen Durst der Kunden stillen zu können.Foto: dpa

Region Heilbronn - Die aktuelle Hitzewelle freut die Mineralbrunnen und Getränkehändler in der Region. Nach einem bislang äußerst bescheidenen Sommer treiben die heißen Temperaturen die Umsätze beim Mineralwasser in die Höhe. Lieferengpässe, wie es sie in früheren Jahren gab, sind nach Angaben der regionalen Abfüller allerdings nicht zu befürchten. Dafür müsste das hochsommerliche Wetter noch einige Wochen anhalten, zudem sorgt die Urlaubszeit dafür, dass das begehrte Wasser nicht knapp wird.

Sauer statt süß

Bei Teusser Mineralbrunnen in Löwenstein hat die Geschäftsleitung rasch auf die Hitzewelle reagiert. "Wir haben den Produktionsplan umgestellt, damit wir mehr sauren und weniger süßen Sprudel abfüllen können", sagt Prokurist Matthias Kircher. Denn bei Temperaturen wie in diesen Tagen greifen die Menschen lieber zu Mineralwasser statt zu Limonade. Kircher spürt eine steigende Nachfrage, bleibt aber gelassen. "Wir sind lieferfähig", betont er mit Hinweis auf die Ferienzeit. "Im August flaut das Geschäft immer etwas ab."

Ähnliches berichtet Tino Kilper, Geschäftsführer des Heilbronner Abfüllers Biberacher Mineralbrunnen. Wegen des kühlen und verregneten bisherigen Sommers seien die Lager gut gefüllt. Zudem breche der Umsatz in den Ferien regelmäßig um etwa ein Drittel ein. Da kommt ihm die Hitze gerade recht. "Das Wetter tut uns schon gut, wir haben gerade viel Betrieb", sagt er. Gleichwohl bleibt Kilper Realist: Die heißen Tage seien zwar schön, letztlich müsse man aber das gesamte Jahr sehen, betont er.

Und das dürfte kein besonders gutes werden, meint Stephan Wolk, Leiter Controlling von Aqua Römer. Die Wochen und Monate zuvor seien einfach zu schlecht gewesen, um das Gesamtjahr zu retten. Die Händler bestellen nun zwar mehr bei den Göppingern, die ihre Topmarke Aqua Römer in Mainhardt abfüllen. Doch die Produktion läuft Wolk zufolge ganz normal weiter, weil noch genügend Vorräte da sind.

Zufriedenheit herrscht in diesen Tagen bei den Getränkehändlern in der Region. Um rund 25 Prozent sei der Verkauf von Mineralwasser seit Beginn der Hitzewelle gestiegen, sagt Jürgen Freyer, der zwei Getränkemärkte in Leingarten und Schwaigern betreibt. Auch bei alkoholfreiem Bier habe die Nachfrage erheblich angezogen. Freyer hat sein Bestellvolumen entsprechend um 25 bis 30 Prozent erhöht, Lieferschwierigkeiten habe es bisher keine gegeben. "Wir können sehr flexibel reagieren, weil wir eigene Fahrer haben, die schnell für Nachschub sorgen", betont Freyer.

Schadensbegrenzung

Viel zu tun hat Gerhard Henn, der in Öhringen-Cappel den Getränkemarkt Göbel betreibt. "Es wird bei diesen Temperaturen mehr eingekauft, und die Leute kommen auch öfter", hat er festgestellt. Um 20 Prozent habe die Nachfrage nach Wasser zugelegt, so dass der übliche Urlaubsrückgang weniger ins Gewicht falle. Von einer Entschädigung für die kühlen Wochen zuvor will Henn aber nicht sprechen. "Es geht nur noch um Schadensbegrenzung, der Sommer ist nicht mehr zu retten", sagt er.

"Ganz normal" laufen die Geschäfte bei der Getränke-Logistik Heilbronn (GLH). Es sei zu früh, um zu beurteilen, ob der leichte Anstieg beim Wasser- und Bierverkauf sich fortsetze, sagte ein GLH-Sprecher. Er hofft wie seine Kollegen auf einen goldenen Herbst mit viel Sonne, der den Durst der Menschen noch einmal kräftig steigert. Die Verbraucher hätten gewiss nichts dagegen.

 
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