Heute Abend muss Sven Müller sein Talent beweisen
Möckmühl - Der Möckmühler Hobbysänger Sven Müller fiebert dem Finale bei der RTL-Casting-Show "Das Supertalent" heute Abend entgegen. Als Sieger könnte er 100.000 Euro gewinnen.

Möckmühl - Noch ist er "total entspannt", wie er sagt. Doch wenn es bei dem Möckmühler Sven Müller im Finale der RTL-"Supertalent"-Staffel wie beim letzten Mal läuft, wird er kurz vor seinem Auftritt wieder "wie ein HB-Männchen rumrennen". Er steht auf der großen Bühne, wenn es am Samstagabend im Finale in Köln um 100 000 Euro Preisgeld geht, um alles oder nichts. Und der 35-jährige Hobby-Sänger, der zuvor noch nie vor Publikum gesungen hatte und durch gefühlvolle Balladen viele Fans gewonnen hat, bleibt seiner zurückhaltenden Linie treu. "Ich rede mir ein, dass ich eh keine Chance hab’", sagt er auf Stimme-Anfrage. Doch tief im Innern fände er es natürlich "toll, das Ding zu gewinnen" − und mit dem Geld seine Spielschulden abzahlen zu können.
Traumziel CD
Bescheiden gibt er sich, ohne Allüren, weil er weiß, dass "ich ja noch niemand bin". Ihm ist es sogar "peinlich", wenn Kinder oder Erwachsene ihn im Supermarkt um ein Autogramm bitten. So ganz registriert habe er den TV-Erfolg noch nicht, er fühlt sich bis auf die paar Minuten auf der Bühne immer noch als "Zuschauer". Gedanken für den Fall eines Sieges hat er sich noch nicht gemacht, versichert Müller. Zum gleichen Friseur wie vor dem Halbfinale wird er dennoch in Köln gehen − "ein bisschen" Aberglaube.
Ob die Sendung ihn, den freien Handelsvertreter für Telefon- und Internetverträge, verändert hat? Ja und Nein. Die Angst, vor Menschen zu singen, hat er überwunden. Aber: Nach wie vor fühlt er sich in seinem Körper und mit seinem Aussehen nicht sehr wohl, nach wie vor "bin ich immer noch eher introvertiert".
Stolz ist er dennoch darauf, dass sich inzwischen 2033 Fans auf seiner Facebook-Seite im Internet verewigt haben und ihn motivieren, mit seinem Gesang, seiner Musik weiterzumachen. Als Handelsvertreter von Tür zu Tür ziehen, will er erst einmal nicht mehr. Egal, wie es ausgeht: Müller will auch mit Hilfe von Dieter Bohlen alles versuchen, eine CD aufzunehmen. Er werde "von Plattenfirma zu Plattenfirma laufen und vorsingen". Seine Familie unterstützt ihn, seine Töchter sind "megastolz" auf den TV-Erfolg. Klar, dass sie und seine Lebensgefährtin im Fanbus mitfahren, um live dabei zu sein.
Ob er an Weihnachten für die Familie daheim auch vorsingt? Müller verneint. Gemeinsam singe man an Heiligabend Weihnachtslieder, "das war schon immer so".
Doch zunächst denkt er an den Samstag, wird kurz vor dem Auftritt noch einmal sein Lied hinter der Bühne ansingen, um "ja nicht den Text zu vergessen". Er bittet alle, die zu ihm stehen oder die er mit seiner Musik begeistert, für ihn bei RTL anzurufen − "und vielleicht das Unmögliche doch möglich zu machen".
Buntes Sammelsurium
Heute Abend um 20.15 Uhr strebt die RTL-Staffel „Das Supertalent“ per Zuschauerabstimmung ihrem Höhepunkt entgegen. Aus 42 000 Bewerbern sind zehn Finalteilnehmer hervorgegangen: die Sänger Mark Ashley aus Bad Salzungen, Desire Capaldo aus Rom, Julian Pecher aus Fürth und Sven Müller aus Möckmühl, der Krücken-Tänzer Dergin Tokmak aus Augsburg, Breakdancer Miroslav Zilka aus der Slowakei, die Pianisten Jörg Perreten und Ricky Kam (beide Schweiz), Panflötenspieler Leo Rojas (Ecuador) und „Gummi-Mensch“ Oleksandr Yenivatov (Frankreich). Der Sieger gewinnt 100 000 Euro, die anderen Finalisten gehen leer aus. dpa/red
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