Heilbronner Lichterfest: Aurich tritt nach und stellt Forderungen

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Heilbronn - Die Termine für die Lichterfeste 2010 und 2011 hat Gastronom Thomas Aurich gestern offiziell abgesagt: Ohne den Gewinn aus dem Hagenbucher-Biergarten könnten er und seine acht Geschäftspartner von der Gastrotreuhand GmbH eine solche Veranstaltung finanziell nicht mehr schultern. Trotz steigender Besucherzahlen habe jedes Fest mit rund 10.000 Euro Minus geendet. Aurich und sein Geschäftspartner Nico Weinmann legten dar, wie moralisch enttäuscht sie vom Geschäftsgebaren ihrer Verhandlungspartner sind.

Von Ulrike Bauer-Dörr



Heilbronn - Die Termine für die Lichterfeste 2010 und 2011 hat Gastronom Thomas Aurich am Dienstag offiziell abgesagt: Ohne den Gewinn aus dem Hagenbucher-Biergarten („Seit neun Jahren mein Baby“) könnten er und seine acht Geschäftspartner von der Gastrotreuhand GmbH eine solche Veranstaltung finanziell nicht mehr schultern. Trotz steigender Besucherzahlen habe jedes Fest mit rund 10.000 Euro Minus geendet.

Kooperation

Noch im Juli hatte Aurich seinem Freund Umberto Scuccia - mittlerweile Wirt der Experimenta-Gastronomie und des Hagenbucher-Biergartens - vorgeschlagen, ihm den Biergarten komplett zurück zu verpachten. Vergeblich. „Das kann ich als Hauptpächter der Kaufland-Gaststätten-Betriebs-GmbH beim besten Willen nicht tun“, untermauerte Scuccia auf Anfrage unserer Zeitung sein Nein. Die angebotene 49-Prozent-Beteiligung kam für Aurich nicht in Frage. „Nur mit dem ganzen Biergarten wird es weitere Lichterfeste geben.“

Gestern legten er und sein Geschäftspartner Nico Weinmann dar, wie moralisch enttäuscht sie vom Geschäftsgebaren ihrer Verhandlungspartner sind - konkret vom Aufsichtsrat der Experimenta gGmbH mit Geschäftsführer Klaus Czernuska und dem Vorsitzenden Helmut Himmelsbach sowie der Kaufland-Gaststätten-Betriebs-GmbH. Keiner war gestern für eine Stellungsnahme zu erreichen.

Im April 2008 habe Aurich auf seine Bewerbung hin mündlich den Zuschlag für die Experimenta-Indoor-Gastronomie und den von ihm aufgebauten Biergarten bekommen, sollte aber noch 15.000 Euro Pacht im Jahr drauflegen. Er habe zunächst zugesagt, Monate später nach neuen Kostenberechnungen aber sein Ja wieder zurückgenommen. Einen schriftlichen Vertrag habe er trotz mehrerer Nachfragen nie bekommen.

Die Entscheidung ist gefallen. Ein Lichterfest 2010 am Hagenbuchersee wird es mit Thomas Aurich (links) und Nico Weinmann nicht mehr geben.
Die Lichterfest-Macher Thomas Aurich (links) und Nico Weinmann sind vom Geschäftsgebaren ihrer Verhandlungspartner enttäuscht. Foto: tho

Aurich plante dennoch weiter, investierte nach eigenen Angaben eine fünfstellige Summe und Unmengen an Zeit für ein völlig neues Gastrokonzept. Allein die Küche habe er 23 Mal umplanen müssen, bis sie gefiel.

Im Mai 2009 schließlich habe Aurich von Czernuska einen Vertrag vorgelegt bekommen - „mit einer so hohen Pachtsumme, dass wir unseren Konkurs herbeigeführt hätten“. Er lehnte ab. Daraufhin seien umgehend andere Wirte gefragt worden, zu welchen Bedingungen sie die Experimenta-Gastronomie übernehmen würden. „Da wurde gehandelt wie auf einem orientalischen Markt“, behauptet Aurich. Im Juli bekam Scuccia den Zuschlag.

Handschlag

„Ein Handschlag und eine mündliche Abmachung gelten heutzutage offensichtlich nichts mehr“, resümiert der Foodcourt-Betreiber und CDU-Stadtrat bitter.






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