Geschichten von Menschen und Straßen

  
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Heilbronn - VHS-Semesterauftakt mit Songs und Texten von der B 27 und anderswo

Von Ulrike Bauer-Dörr

Heilbronn - Jede Straße hat ihre Geschichte, die sich mit den Lebensgeschichten derer verknüpft, die an ihr leben oder auf ihr unterwegs sind, sagt Ulrike Maushake. Die Autorin und Journalistin hat fast ihr ganzes Leben an der B 27 gelebt. Dort, wo die 670 Kilometer lange, gelb beschilderte Bundesstraße beginnt − in Blankenburg im Harz − verbrachte sie ihre Kindheit. Später wohnte sie in Lauffen, heute in Neckarsulm.

Im Stau und beim Blick aus dem Fenster, beim Lesen und Verkehrsfunkhören kommen Erinnerungen und Assoziationen − von ihrem Elternhaus, vom Unterwegssein, vom Anhalten und Umdrehen, vom Reisen und (niemals) Ankommen, vom Freisein und von den Gefahren im Verkehr.

Im Heilbronner Deutschhofkeller lauschen am Freitagabend rund hundert Besucher den nachdenklichen und witzigen, fiktiven und realen Geschichten, die Ulrike Maushake mit sonorer Stimme erzählt.

Altmeister des Folk

Einer, der viele Jahre als Straßenmusiker unterwegs war, jetzt in Brackenheim lebt und bereits vor Jahrzehnten im Deutschhofkeller Konzerte gab, ist Colin Wilkie. Der Altmeister der Folkmusik, halb Schotte, halb Engländer und in London geboren, singt mit seiner Gitarre wehmütige Songs von Menschen, die auf einer "long, long road" unterwegs sind: Zigeuner, Gestrandete, Heimkehrer, oder die obdachlose Frau, die ihre Habseligkeiten in einer Tüte bei sich trägt. Seine neueste CD "Bangter Rites" ("Das kann man eigentlich nicht übersetzen") hat der 65-Jährige gleich dabei.

Die Veranstaltung im Deutschhofkeller, der jetzt der Volkshochschule gehört, war Start fürs VHS-Sommersemester mit dem Schwerpunktthema Mobilität. Bis Ende Juli gibt es Vorträge und Lesungen, Besichtigungen und Workshops, einen Literaturgesprächskreis und eine Schreibwerkstatt sowie einen Kochkurs " Essen unterwegs."

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