Generalstabsmäßig geplant

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Hardthausen - Präzise und im großen Stil bereiten Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Tag der offenen Tür in Lampoldshausen vor - die ersten Treffen dazu fanden bereits Ende 2007 statt. Am Samstag, 19. September, rechnen die Verantwortlichen mit rund 15.000 Besuchern.

Von Angela Groß

Das Oberstufentriebwerk Vinci hängt in der Vakuumkammer. Die ESA hat beschlossen, dass es weiter entwickelt werden soll.Fotos: DLR/Angela Groß
Das Oberstufentriebwerk Vinci hängt in der Vakuumkammer. Die ESA hat beschlossen, dass es weiter entwickelt werden soll.Fotos: DLR/Angela Groß
Hardthausen - Präzise und im großen Stil bereiten Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Tag der offenen Tür in Lampoldshausen vor - die ersten Treffen dazu fanden bereits Ende 2007 statt. Am Samstag, 19. September, rechnen die Verantwortlichen mit rund 15.000 Besuchern. Von 10 Uhr an können sich die Gäste vor Ort rund um Raumfahrt informieren - letzter Einlass ist um 16 Uhr. Die letzte vergleichbare Gelegenheit liegt sechs Jahre zurück.

In diesem Jahr wird das 50-jährige Standortbestehen gefeiert. „Wir rechnen damit, dass die Besucher auf uns einströmen. Für so einen kleinen Standort ist dies eine sehr spannende Aufgabe“, sagt Michael Dommers. Mit Landratsamt und Polizei stimmten sich der Leiter der Technischen Betriebe und Sicherheit und sein Team ab, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden und die Sicherheit auf dem sensiblen Testgelände zu gewährleisten. 40 Mann der Feuerwehr Hardthausen sind im Einsatz, um den Verkehr im Außenbereich zu regeln, mit einem Notfallplan ist das DLR für alle Fälle gerüstet.

Der Prüfstand P4: Hier finden Tests mit Raketentriebwerken statt.
Der Prüfstand P4: Hier finden Tests mit Raketentriebwerken statt.
Auf die Besucher wartet eine breite Palette - Informationen vor Ort durch Mitarbeiter, Vorträge und multimedial, sowie Aktivitäten für Familien - „und natürlich darf auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommen“, sagt Anja Seufert, zuständig beim DLR für Öffentlichkeitsarbeit. An verschiedenen Punkten sind Gastromeilen mit Musik eingerichtet. Damit Besucher verstehen können, wie beispielsweise ein Raketenmotor, der vier Millionen PS hat, gezügelt wird oder die Triebwerke der Zukunft aussehen, gibt es einen Rundgang durch das etwa 35 Hektar große Gelände mit verschiedenen Stationen. Mehrere 10.000 Euro werden für diesen Tag investiert, vieles wurde gereinigt und aufgefrischt: „Wir haben viele Anfragen von Besuchergruppen, berücksichtigen können wir nicht alle. Wir stehen also mit dieser Veranstaltung in der Pflicht“, sagt Anja Seufert. Was das Programm angeht, sollen von den Erwachsenen bis zu den Kindergartenkindern, von den Raumfahrtfreaks bis zum interessierten Laien, alle etwas davon haben.

Anja Seufert und Bernhard Heislbetz proben schon mal ein Experiment.
Anja Seufert und Bernhard Heislbetz proben schon mal ein Experiment.
Im Hörsaal gibt es verschiedene Vorträge, etwa zum Nutzen der Raumfahrt. Eine Ausstellung der Sternwarte Bochum ist im Foyer aufgebaut, Jugendliche können sich über Ausbildungsberufe informieren. Am Prüfstand P4 wird ein Vinci-Raketentriebwerk-Modell zu sehen sein - „ein großer Blickfang“, schwärmt Mitarbeiter Lars Ohlenmacher. Die komplexe Funktionsweise sei daran gut erklärbar.

Die Werksfeuerwehr um Kommandant Volker Krebs (rechts) präsentiert sich.
Die Werksfeuerwehr um Kommandant Volker Krebs (rechts) präsentiert sich.
Experimente

Im School-Lab wird experimentiert (Brennkammerinstabiliät), gebastelt (Moosgummi-Raketen) oder ausprobiert (Fahrradfahrt durch Tübingen mit Lichtgeschwindigkeit). Wie geht der Wasserraketencontest aus? Rund 15 Gruppen haben sich angemeldet, um selbst gebaute Raketen starten zu lassen. „Es ist verblüffend, auf was für Ideen Schüler kommen“, zeigt sich Bernhard Heislbetz, Leiter des School-Labs, gespannt. Auch das Museum ist gut für den Tag gerüstet, ganz neu ist die dritte Stufe einer Eldo-Rakete.


Hintergrund: Programm EADS-Astrium

EADS-Astrium, die auf dem Gelände ebenfalls ansässige Firma, begeht den Tag der offenen Tür gemeinsam mit dem DLR. Besucher können Einblick in die Produktion, Prüfstände und Reinräume bei EADS-Astrium nehmen. 100 Mitarbeiter arbeiten in dem für fünf Millionen, in einer Rekordzeit von nur zehn Monaten gebauten Gebäude. Folgende Stationen versprechen neue Erkenntnisse: „Der kälteste Test am Standort/Rosen im Kälteschock“, „Kleintriebswerkprüfstände – das Kleintriebwerk im Koffertest“ sowie „Chemische Triebwerke – das Erfolgsprodukt“ und „Galileo-Navigation aus dem All“.


Mit dem Busshuttle zur DLR-Party

Anfahrt - Zum ersten Mal richtet das DLR einen kostenlosen Busshuttle ein. Weil es nur begrenzt Parkplätze gibt, wird den Besuchern ans Herz gelegt, den Shuttle zu benutzen. Die Busse fahren während des Tags der offenen Tür im Stundentakt. Bedient werden Gemeinden und Städte im nördlichen Landkreis - Neuenstadt, Neudenau, Möckmühl, Widdern, Jagsthausen, Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Oedheim, Hardthausen, Langenbrettach.

Linie 2 bedient die Strecke Heilbronn-DLR, Linie 3 nimmt die Gäste aus Richtung Öhringen mit. Die genauen Busrouten und die Fahrpläne gibt es im Internet unter www.raumfahrtantriebe.de.

Die Busse halten im Industriegebiet Habichtshöfe in Möckmühl - den Fußgängern verbleibt eine Fußstrecke von 500 Metern bis zum DLR-Gelände.

Der Verkehr rund um das Raumfahrtzentrum wird extra geleitet, es gelten Einbahnstraßen-Regelungen, zusätzliche Parkplätze sind eingerichtet. Noch mehr Möglichkeiten gibt es im Neuenstädter Industriegebiet GIK und am Rübenplatz in Langenbrettach (Weiterfahrt mit dem Shuttle möglich). ang

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