Faschingsblog: Narren zünden Feuerwerk guter Laune

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Mit rund 4000 Aktiven ist die 51. Auflage des Faschingsumzugs des Gundelsheimer Carneval Vereins (GCV) durch die Straßen der Deutschordensstadt krönender Abschluss der fünften Jahreszeit.

 

Vor das Heringsmahl am Aschermittwoch hat der Gott der Narren den Faschingsdienstag gesetzt. Und der hat seinen Höhepunkt bekanntlich beim größten Karnevalsverein im Unterland. Mit rund 4000 Aktiven ist auch die 51. Auflage des Faschingsumzugs des Gundelsheimer Carneval Vereins (GCV) durch die Straßen der Deutschordensstadt krönender Abschluss der fünften Jahreszeit.

"Gundelsheim Helau" schallt es aus Zehntausenden Kehlen des närrischen Volkes, das rechts und links der rund 2,5 Kilometer langen Strecke dem Gaudiwurm jubelnd Spalier steht. Angeführt wird der etwa 170 Gruppen starke Tross von den I-Schellern aus Arosa in der Schweiz mit ihren riesigen bis zu 30 Kilogramm schweren Kuhglocken.

 


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Närrische Hoheiten und andere Würdenträger werfen von den rund 50 Wagen tonnenweise Süßigkeiten, Backmischungen und Griesbrei ins Narrenvolk. Gardetänzerinnen und 23 Musikgruppen zünden ein Feuerwerk an guter Laune. Die Pippi Langstrumpfs, Ritter, Piraten, Bienen oder Wikinger tanzen zu den Rhythmen der Guggenmusiker.

Lange beweinen die Gundelsheimer Narren den Fassebutz, der am Abend vor Aschermittwoch wieder einmal verbrannt wird, sagt GCV-Präsident Hans-Peter Bechtold. "Aber irgendwie freuen wir uns jetzt auch auf die Zeit danach", sagt der Chef des GCV mit angekratzter Stimme. Selten zuvor war eine Kampagne so lange wie diese.

Wenn es nach dem Gundelsheimer Prinzen ginge, könnte die fünfte Jahreszeit aber noch länger dauern. Erst eine Woche vor dem 11.11. sagten Willi Trobbiani und seine Frau Steffi zu, den Karnevalsverein als Steffi I. von der Schlossallee und Prinz Willi II. von Bella Italia durch die Kampagne zu führen. "Bei dem, was ich hier erlebt habe, weiß ich nicht, warum ich so lange gewartet habe", sagt der Prinz.

 


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Karneval in Gundelsheim feiert am Faschingsdienstag auch Isabelle Krenn aus Uruguay. Mit ihrem Mann Alfred, der in Gundelsheim aufgewachsen ist und nach 44 Jahren erstmals wieder seinen Geburtstag in der Deutschordensstadt feiert, ist sie aus Sydney (Australien) nach Gundelsheim gereist. Deutsch spricht sie zwar kein Wort. Aber sie amüsiert sich prächtig. "Ich liebe es. Es ist besser als Rio", ruft die Südamerikanerin auf Englisch. "Rio hat mehr Sex", ergänzt sie. "Aber die Gruppen hier sind bunt und die Gemeinschaft der Gruppen ist sehr stark."

Panne

Auch Klaus Liebler ist glücklich. Nach zwei Jahren kommt der Zug endlich wieder vor seinem Haus vorbei. Hinter der Gartenmauer hat er ein Gerüst aufgebaut, von wo aus er und seine Freunde selbst mit Gutsle werfen. Dass ausgerechnet vor seinem Haus der Wagen des FV Freibier Sulzbach mit einer Panne den ganzen Zug aufhält, tut der Stimmung keinen Abbruch. Die Freiwillige Feuerwehr Gundelsheim ist schnell da und schleppt das Gefährt samt Anhänger mit ihrem 300 PS starken Löschfahrzeug unter dem Jubel der Zuschauer aus der Streckenführung. "Erlebt hab ich so etwas bisher auch noch nicht", sagt Fahrzeugführer Tobias Gärtner. Und auch für die Sulzbacher ist diese Erfahrung neu. Sie wollen ihren Wagen wieder flott machen. "Aufgegeben wird erst ganz zum Schluss", sagt Ehrenpräsident Jürgen Christ.

 

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