Entspanntes Einkaufen
Heilbronn - Am vierten Adventssamstag haben viele ihre Geschenke schon beisammen.Trotz dichten Getümmels herrschte somit in Heilbronn nicht angespannte Hektik, sondern entspannte Einkaufsstimmung.

Heilbronn - Vielleicht liegt es ja daran, dass die Vorweihnachtszeit dieses Jahr so außergewöhnlich lang ist. Vielleicht sind deshalb auch die, die ihre Weihnachtsgeschenke oft erst auf den letzten Drücker besorgen, schon ein bisschen weiter als in anderen Jahren. Am vierten Adventssamstag war in der Heilbronner Innenstadt jedenfalls eine angenehme Atmosphäre zu spüren: Trotz dichten Getümmels herrschte nicht angespannte Hektik, sondern entspannte Einkaufsstimmung.
Da legen mitten im Ein- und Ausströmen der Kundschaft vor dem schmalen Eingang der Heilbronner Stadtgalerie zwei junge Frauen zur Musik der Indiogruppe ein spontanes Tänzchen hin, da sieht man Paare in der Fußgängerzone ausgelassen miteinander lachen, da spiegelt sich die Zufriedenheit über ein gefundenes Geschenk auf dem einen oder anderen Gesicht.
Weniger entspannt geht es fürs Verkaufspersonal zu. "Jetzt geht es gerade, vergleichsweise", sagt Eva Schnepf am frühen Nachmittag im Schreibwarenfachgeschäft Seel, in dem sich die Kundschaft drängt. "Heute ist es so, wie es sein muss", ordnet die Chefin den Adventssamstag ein − und geht nach den Erfahrungen des Vorjahres davon aus, "dass es bis Heiligabend jeden Tag so voll ist wie heute".
Klassiker Viel los ist auch in den beiden Filialen von Galeria Kaufhof: Lange Schlangen an den Kassen, vor allem in klassischen Sparten wie der Parfumabteilung. Diana Ackermann steht, drei Einkaufstüten am linken Arm, gelassen an einem Büchertisch und liest den Klappentext eines Romans. "Ich habe jetzt alles", sagt die 35-jährige Eppingerin zufrieden: Spielsachen für die beiden kleinen Töchter, für ihren Mann eine CD, Hautcreme und Socken, für die Oma einen Schlafanzug. Auch Armin M. hat ausgesorgt: "Jetzt fehlt bloß noch die Schokolade", freut sich der Weinsberger.
In der Stadtgalerie sitzen, zwei Schritte abseits vom Kundenstrom, Centermanagerin Anna Reinhardt und Galeria-Kaufhof-Geschäftsführer Karl Pommée beim Kaffee. Beide freuen sich über gute Umsätze. Die Schmuckshops, sagt Reinhardt, waren gleich morgens voll; Pommée meldet große Nachfrage nach Spielzeug und Kleinlederwaren. Auch in Ulla Winters Dekorationsgeschäft Kultiv in der Kirchbrunnenstraße gehen die Geschäfte sehr gut, übrigens an allen vier Adventssamstagen gleichermaßen.
Aus Sicht von Thomas Gauß hingegen, Chef von Intersport Saemann und Vorsitzender der Händlervereinigung Stadtinitiative, "ist noch nicht der Schwung im Weihnachtsgeschäft, der drin sein müsste". Von zwei Juwelieren weiß er, dass es dort "schleppend" laufe. "Jetzt muss man abwarten, ob nächste Woche noch was kommt."
Geduldig stehen Erwachsene mit Barbiekutschen und Kinderbasketballkörben in den Kassenschlangen bei Toys R Us im K3. Denn eins kommt diese Woche auf jeden Fall: Heiligabend.




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