Baron Berlichingen und seine Götzenburg

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Region - Die Namensgleichheit sorgte für Verwirrung. Seitdem vor einer Woche die Überschrift "Neuer Erbe des Götz von Berlichingen" auf der Titelseite der Heilbronner Stimme prangte, musste Freiherr Götz von Berlichingen vielfach erklären, dass nicht er damit gemeint war und die Götzenburg in Jagsthausen auch nicht verkauft worden ist.

Freiherr Götz von Berlichingen und die Zeitung mit der missverständlichen Überschrift.Foto: Mario Berger
Freiherr Götz von Berlichingen und die Zeitung mit der missverständlichen Überschrift.Foto: Mario Berger

Die Namensgleichheit sorgte für Verwirrung. Seitdem vor einer Woche die Überschrift "Neuer Erbe des Götz von Berlichingen" auf der Titelseite der Heilbronner Stimme prangte, musste Freiherr Götz von Berlichingen vielfach erklären, dass nicht er damit gemeint war und die Götzenburg in Jagsthausen auch nicht verkauft worden ist. Christian Gleichauf hat sich mit dem Nachfahren des Ritters mit der eisernen Hand unterhalten.

Baron Berlichingen, die Überschrift war missverständlich. Was war die ungewöhnlichste Unterstellung?

Baron Götz von Berlichingen: Es gab viele ungewöhnliche Reaktionen. Sie reichten von "Das ist aber traurig, dass Sie die Götzenburg verkauft haben" bis zu "Wo kommt denn der Erbe her?". Manche haben es sogar als Nachruf auf meine Person verstanden.

Ach du meine Güte...

Berlichingen: "Erbe" ist eben auch ein juristischer Begriff, der nicht nur im übertragenen Sinne verwendet wird. Das ist mir aber besonders bewusst, als Rechtsanwalt, spezialisiert auf Erbrecht.

Es hat also auch Nachteile, den Namen des großen Ahnen zu tragen?

Berlichingen: Na grundsätzlich lebe ich gern mit dem Namen. Aber am letzten Samstag, als ich die Zeitung gelesen habe, da lag mir doch kurz das berüchtigte Zitat meines Vorfahren auf den Lippen.

Nur um das klarzustellen: Sie haben die Götzenburg in Möckmühl nie besessen und Ihre Götzenburg − also die in Jagsthausen − bleibt auch weiterhin in den Händen Ihrer Familie?

Berlichingen: Na, da ist es ja schon wieder, das Missverständnis. Die Burg in Möckmühl heißt Burg Möckmühl. Allenfalls der Volksmund nennt sie auch Götzenburg, weil Götz von Berlichingen 1519 dort Amtmann war. Sie war aber nie im Besitz unserer Familie. Auch Burg Hornberg wird mit Götz von Berlichingen in Verbindung gebracht. Aber es gibt nur eine Götzenburg − die in Jagsthausen. Sie befindet sich in meinem Besitz.

Haben Sie nie erwogen, die Burg Möckmühl zu kaufen?

Berlichingen: Wer so ein Objekt besitzt, kommt kaum in die Versuchung, sich noch eins zuzulegen. Auch wenn es natürlich wunderschön ist, so etwas zu besitzen. Es ist auch eine Verpflichtung, es für die Nachkommen zu erhalten.

Haben Sie denn schon vorbeigeschaut beim neuen Nachbarn in Möckmühl?

Berlichingen: Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Aber wenn wir uns einmal treffen, dann können wir uns sicher über Erfahrungen mit alten Schlössern und deren Unterhaltung austauschen.

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