Audi erweitert Werk Neckarsulm

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Bad Friedrichshall - Noch auf dem Werksgelände, aber nicht mehr auf Neckarsulmer Gemarkung plant Audi einen Befreiungsschlag aus der Raumnot, die den Autobauer in seiner Entwicklung hemmt.

Von Manfred Stockburger und Wolfgang Müller

Audi Neckarsulm, Ansicht von Südost
Audi Neckarsulm, Ansicht von Südost  Foto: Kurt Taube


Bad Friedrichshall - Noch auf dem Werksgelände, aber nicht mehr auf Neckarsulmer Gemarkung plant Audi einen Befreiungsschlag aus der Raumnot, die den Autobauer in seiner Entwicklung hemmt: Im Bad Friedrichshaller Gemeinderat wurde am Dienstag ein Bebauungsplan beraten, der den Bau einer weiteren Produktionshalle ermöglichen würde. Das Gebäude soll fast vollständig auf Kochendorfer Gemarkung errichtet werden und dürfte eines der größten auf dem Standort werden.

Dem Erweiterungsbau müsste das alte Auslieferungszentrum weichen, in dem zurzeit noch Mitarbeiter ihre Fahrzeuge abholen können. Außerdem plant das Unternehmen nach Informationen der Heilbronner Stimme, zumindest einen Teil der firmeneigenen Bahnanlagen in den Neubau zu integrieren. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein, heißt es.

Das Investitionsvolumen des Großprojekts steht aber noch nicht fest, weil dafür zunächst die Dimensionen im Detail festgelegt werden müssen. Die im Gemeinderat vorgelegte Planung sei die Maximalvariante, intern seien bereits Abstriche gemacht worden, berichten Insider. Gegen eine mögliche dreigeschossige Bauweise spreche, dass dadurch die Investitions-, aber auch die laufenden Produktionskosten zu hoch werden könnten.

Karosseriebau

Klar ist dagegen, wofür die neuen Produktionsflächen benötigt werden: In direkter Nachbarschaft des bestehenden A8-Karosseriebaus sollen die Anlagen aufgebaut werden, in denen künftig die Blech- und Aluminiumkleider der nächsten Generationen des A8 und der A6-Baureihe zusammengefügt werden.

Leichtbau

Die Neckarsulmer gehen davon aus, dass durch weitere Fortschritte im Leichtbau dafür künftig größere Flächen benötigt werden. Außerdem gibt es in den bestehenden Hallen keine Freiflächen, die groß genug für den Aufbau solcher neuen Fertigungslinien wären, während die bestehenden Anlagen noch im Betrieb sind.

Der Bad Friedrichshaller Gemeinderat hat dem Entwurf für die Änderung des Bebauungsplans zugestimmt, der unter dem Namen Moorig-Neuenbergwiesen läuft. Das Gebiet liegt 1,5 Kilometer südlich des Kochendorfer Ortskerns. Noch vor der Sommerpause soll die Satzung beschlossen werden, so Bürgermeister Peter Dolderer. Jetzt legt die Verwaltung den Plan öffentlich aus und bezieht Behörden und Träger öffentlicher Belange ein. Ein Baugesuch habe Audi aber noch nicht eingereicht, so Dolderer.

Das betroffene Areal ist rund 9,5 Hektar groß und im Flächennutzungsplan als Industriegebiet ausgewiesen. Bisher konnten dort Gebäude mit 15 Metern Höhe gebaut werden. Auf dem Teilgebiet Moorig, das sich direkt ans bestehende Werk anschließt, sollen künftig Gebäude mit einer Höhe von bis zu 42 Metern zulässig sein.

Hintergrund: Alternativen vom Tisch

Verschiedene Flächen hat Audi in den vergangenen Monaten für eine Erweiterung in Betracht gezogen. Unter anderem war auch ein Gelände auf dem Heilbronner Läpple-Areal im Gespräch gewesen. Alle diese Varianten sind jetzt offenbar vom Tisch. Die Außenstelle in Heilbronn-Biberach bleibt aber bestehen. Dort hat der Autobauer unter anderem ein Trainingszentrum für Mitarbeiter von Audi-Werkstätten und die Produktion von Elektrofahrzeugen angesiedelt. mfd

 
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