SLK-Klinik Möckmühl: Interesse eines privaten Betreibers?
Die Kritik an den geplanten Klinikschließungen reißt nicht ab. Bürgermeister und Kreisräte setzen sich für den Standort Möckmühl ein - sie wollen eine stationäre Abteilung erhalten.

Die Kritik an den geplanten Klinikschließungen reißt nicht ab. In einem Schreiben an Landrat Detlef Piepenburg fordern mehrere Bürgermeister und Kreisräte, im SLK-Krankenhaus Möckmühl 30 bis 40 stationäre Betten zu erhalten.
Zudem deuten sie an, dass ein privater Klinikbetreiber eventuell Interesse daran hat, das Haus zu übernehmen. "Dazu können wir gar nichts sagen", sagt SLK-Pressesprecherin Ina Armbruster.
Interesse eines privaten Betreibers?
Unter anderem die Bürgermeister Manfred Hebeiß (Neudenau), Michael Grimm (Roigheim), Roland Halter (Jagsthausen) und Jürgen Olma (Widdern) behaupten in dem Brief, dass der Standort Möckmühl sehr wohl wirtschaftlich zu betreiben wäre. Das dokumentiere schon die Tatsache, dass "scheinbar eventuell private Klinikbetreiber am Erwerb des Klinikums interessiert sind".
Konkreter wird der Brief nicht. Manfred Hebeiß erklärt auf Nachfrage, dass Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer Gespräche mit dem Münchner Klinikbetreiber Atos geführt habe. Stammer selbst ist derzeit im Ausland, bei Atos war am Montag niemand zu erreichen, der Stellung nehmen konnte. Und die SLK-Geschäftsführung sah sich ebenfalls nicht in der Lage, Auskunft zu geben. In Sachen Wirtschaftlichkeit bleibt die Unternehmensführung bei ihrer Position: Ohne Strukturveränderungen sei damit zu rechnen, dass sich die derzeitigen Verluste von rund ein bis zwei Millionen Euro pro Jahr weiter erhöhen würden.
Neuordnungskonzept wird erarbeitet
Die Forderung, in Möckmühl auch künftig eine stationäre Abteilung zu betreiben, hält Piepenburg für nicht umsetzbar. Seit dem Beschluss von Kreistag und Heilbronner Gemeinderat im November habe sich die Situation nicht verändert. "Wir arbeiten jetzt an der Umsetzung des Neuordnungskonzepts", sagte der Landrat unserer Redaktion und verwies zudem auf den - von den Kritikern bestrittenen - hohen Investitionsbedarf in Möckmühl. "Das Land hat sehr deutlich gemacht, dass derartige Angebote im Rahmen der Neuausrichtung nicht Genehmigungs- und auch nicht förderfähig sind", ergänzt SLK-Sprecherin Armbruster.
Die Verfasser des Briefes glauben nicht, dass das SLK-Haus in Bad Friedrichshall-Plattenwald auch nach der Erweiterung groß genug ist, um die Patienten stationär aufnehmen zu können. Die SLK-Geschäftsführung sieht das anders. Mit dem Ausbau der Reserveebene stünden ausreichende Kapazitäten zur Verfügung.
Grundstück in Hochwasserzone
Die Stadt Möckmühl hat ein zentrumsnäheres Grundstück vorgeschlagen, auf dem unter Umständen ein Neubau für die ambulanten Angebote entstehen könnte - das derzeitige Bauhof-Areal. Die Bürgermeister und Kreisräte halten diesen Standort für ungeeignet, weil er in der Hochwasserzone liegt. Piepenburg sieht das Problem, will aber erst Prüfungen abwarten, um dann entscheiden zu können. Das von der Stadt angebotene Grundstück liegt im Bereich zwischen Jagst und Seckach. Die Stadt Möckmühl habe dargestellt, dass seit dem letzten Hochwasser viele Schutzmaßnahmen vorgenommen worden seien. Eine Entscheidung über den Standort sei aber noch nicht gefallen.
Die SLK hat nach eigenen Angaben erfolgreiche Vorgespräche geführt mit Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen. Einge seien bereit, sich an dem Ärztehaus zu beteiligen. Die Kritiker wiederum sehen dadurch keine Verbesserung für die Bevölkerung, weil die Fachbereich schon heute in Möckmühl besetzt seien. "Das Projekt wird die Attraktivität der ambulanten Angebote in Möckmühl durch ein Medizinzentrum verbessern", meint dagegen Ina Armbruster.
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