Silvester: Viele Einsätze für Polizei in der Region - Fünf Tote bei schweren Autounfällen im Land

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Region Heilbronn/Hohenlohe - Die Silvesternacht verlief für die Polizei in der Region sehr arbeitsintensiv, jedoch ohne größere Vorkommnisse.


Region Heilbronn/Hohenlohe -  Für Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte und Klinikpersonal war die Silvesternacht zwar arbeitsintensiv. „Gravierende oder spektakuläre Vorkommnisse“ habe es aber nicht gegeben, berichten sie. Streit, Schlägereien, Ruhestörungen, Stürze, Böllerverletzungen, Sachbeschädigungen, Alkoholleichen – all das sei für eine Silvester- und Neujahrsnacht „völlig normal.“

Die Polizei hatte in Stadt- und Landkreis Heilbronn nach Mitternacht überwiegend mit den Folgen von Übermut und übermäßigem Alkoholgenuss zu tun. Gemeldet wurden zahlreiche Sachbeschädigungen, die durch gezündete Feuerwerkskörper in Briefkästen, Telefonzellen oder Hauseingängen entstanden waren. Auch gegen Personen wurden Kracher geworfen.

Dazu kam „eine nicht unerhebliche“ Zahl von Beschwerden über Ruhestörungen. Die Polizisten kontrollierten durch die Straßen vagabundiere Gruppen und wurden zu zahlreichen „verbal und körperlich ausgetragenen Streitigkeiten“, meist im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis gerufen. Zusammen mit den Rettungsdienstorganisationen mussten sie mehrere Betrunkene in eine Arrestzelle, ins Krankenhaus oder nach Hause bringen.

Günter Friedrich, Leiter der DRK-Rettungsleitstelle Gesundbrunnen, berichtet von 50 nächtlichen Fahrten seiner Rettungskräfte: Meist mussten sie zu Betrunkenen eilen oder Böllerverletzte versorgen.

Die ganze Nacht zu tun hatte der Bereitschaftsdienst der Notfallambulanz der Unfallchirurgie und Orthopädie am SLK-Klinikum Gesundbrunnen. Patienten kamen nach Stürzen oder Schlägereien mit typischen Verletzungen. Einige Patienten hatten beim Raketenabschießen Brandverletzungen erlitten.

Die Heilbronner Feuerwehr musste an Silvester und bis zum Neujahrsmorgen sieben Mal ausrücken. Gegen 22 Uhr hatten Wunderkerzen in einer Gaststätte im Heilbronner Neckarturm die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst. Gegen 1 Uhr brannte ein Schuppen mit gelben Säcken beim Heilbronner Rosenberg-Hochhaus. In Biberach wurde gegen 3.30 Uhr in Heilbronn-Biberach ein brennender Papiercontainer gemeldet.

Im Landkreis waren die Feuerwehren bei sechs Einsätzen gefordert. Vier Papiercontainer, ein brennender hohler Baumstamm und ein Lagerfeuer ließen die Feuerwehren aus Pfaffenhofen, Neckarsulm, Güglingen, Gemmingen, Bad Wimpfen und Wüstenrot ausrücken.


Hohenlohe: Viele Streitereien


Auch im Hohenlohekreis war die Silvesternacht nicht frei von Störungen, weshalb die Polizeibeamten von Künzelsau und Öhringen mehrmals einschreiten mussten.

In Öhringen kam es gegen 0.45 Uhr auf dem Marktplatz zu einem Streit zwischen zwei Männern. Ein 43-jähriger Mann geriet mit einem anderen Zuschauer des Silvesterfeuerwerkes in einen verbalen Schlagabtausch, in dessen Folge er von seinem Kontrahenten mit einem Messer bedroht wurde. Als auch der 43-jährige ein Messer zog, kam ein 44-jähriger Mann hinzu und versetzte ihm einen Kopfstoß gegen Nase und Stirn. Dabei wurde der 44-jährige durch das vorgehaltene Messer leicht verletzt. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Ein 22-jähriger und ein 18-jähriger Mann schossen beim Feuerwerk auf dem Öhringer Marktplatz mit Schreckschusswaffen in die Luft, ohne im Besitz des dafür erforderlichen kleinen Waffenscheins zu sein. Beide Personen sehen nun einer Strafanzeige wegen  Verstößen gegen das Waffengesetz entgegen.

Gegen Mitternacht nahm die Polizei am Öhringer Bahnhof einen 44-jährigen Mann in Gewahrsam. Er lag stark alkoholisiert in einer S-Bahn und konnte weder aufstehen noch sich artikulieren. Er wurde bis zu seiner Ausnüchterung in einer Arrestzelle des Polizeireviers untergebracht.

Gegen 3.45 Uhr traf eine Polizeistreife im Öhringer Haagweg einen 19-jährigen Mann an, der gerade dabei war, mit dem Fuß gegen ein parkendes Fahrzeug zu treten. Der stark unter Alkohol Stehende musste ebenfalls in Gewahrsam genommen werden. Er wurde in die Obhut seiner Eltern übergeben. Gegen den jungen Mann wird nun wegen Sachbeschädigung ermittelt.

In Sindringen warf ein 43-jähriger Mann gegen 1.30 Uhr einen großen Feuerwerkskörper vor die Füße eines 14-jährigen Jugendlichen. Der Böller explodierte direkt vor dem Fuß des Jungen. Dieser erlitt eine blutende Wunde und musste im Krankenhaus medizinisch behandelt werden. Gegen den Böllerwerfer wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Gegen 1 Uhr warfen bislang unbekannte Jugendliche eine 40-er Böllerbatterie auf den Balkon eines Wohnhauses in der Künzelsauer Burggasse. Die Böllerbatterie zündete und beschädigte durch Feuer- und Hitzeeinwirkung auf dem Balkon ausgelegte Teppiche sowie eine Kunststofftischdecke. Außerdem zündeten die Täter noch eine Rakete unmittelbar vor der Haustüre des Gebäudes. Dadurch wurde ein weiterer Teppich sowie Schirme in einem Schirmständer beschädigt. Die Polizei Künzelsau sucht Zeugen des Vorfalls.



Aalen: Drei junge Menschen sterben bei Verkehrsunfall

Schrecklicher Autounfall in der Silvesternacht: Drei junge Menschen aus Aalen (Ostalbkreis) sind bei einem heftigen Zusammenstoß auf einer Bundesstraße in der Nähe ihrer Heimat ums Leben gekommen, zwei weitere schweben in Lebensgefahr. Die drei Opfer, ein 19-Jähriger und zwei Frauen im Alter von 19 und 21 Jahren, waren gemeinsam mit einem weiteren jungen Mann auf der Bundesstraße 19 unterwegs.

Nach Polizeiangaben vom Freitag kamen sie aus Richtung Heidenheim/Königsbronn und waren vermutlich nicht angeschnallt. Ihr Auto prallte mit dem Kleinwagen einer 32-Jährigen zusammen. Beide Fahrzeuge überschlugen sich und landeten auf dem Dach. Feuerwehrleute mussten alle fünf Insassen aus den Wracks herausschneiden.

Nach ersten Ermittlungen geriet das Auto mit den vier jungen Menschen in einer leichten Linkskurve auf den Grünstreifen. Die Straßen waren laut Polizei zwar ein wenig glatt, an der Unfallstelle war jedoch schon gestreut worden. Die Fahrbahn war daher getaut, die Straßenränder dagegen vereist. Dies könnte dem Unfallfahrer zum Verhängnis geworden sein. Es gelang dem 19-Jährigen nicht, dass Auto wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Die Wucht des Aufpralls mit dem Kleinwagen der 32-Jährigen aus dem Kreis Heidenheim war so groß, dass dieser etwa 30 Meter zurückgeschleudert wurde. Alle Insassen wurden eingeklemmt. Der Unfallfahrer sowie seine zwei Mitfahrerinnen starben, von dem weiteren Insassen seines Wagens war die Identität zunächst unklar.

Die Strecke blieb stundenlang gesperrt. Polizeibeamte sicherten Spuren, Gutachter versuchten, das Geschehen zu rekonstruieren.




Drei Menschen sterben bei Unfall in Aalen - 01.01.10 auf einer größeren Karte anzeigen





Freiburg: Zwei Tote bei Massenkarambolage

Bei einer Massenkarambolage in dichtem Nebel sind in der Silvesternacht in Südbaden zwei Menschen ums Leben gekommen, mindestens vier weitere wurden schwer verletzt. Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen der schwersten Unfälle der Region in den vergangenen Jahrzehnten. Auch Stunden nach den Serienunfällen auf der Autobahn 5 bei Teningen nahe Freiburg hatten die Beamten vor Ort keinen genauen Überblick über das Ausmaß des Trümmerhaufens. Insgesamt waren an den Zusammenstößen bis zu 50 Fahrzeuge beteiligt. Der Schaden könnte in Millionenhöhe liegen. „In dieser Art ist das wirklich ein schreckliches und herausragendes Ereignis“, sagte ein Polizeisprecher.



Zur Zeit des Unfalls herrschte dichter Nebel mit Sichtweiten von nur wenigen Metern. „Dies dürfte unfallursächlich gewesen sein“, sagte der Sprecher. Nach den ersten Ermittlungen war zunächst ein Lastwagenfahrer Richtung Basel nach einem kleineren Unfall auf die Bremse getreten, ein weiteres Fahrzeug war daraufhin mit vermutlich überhöhter Geschwindigkeit gegen den Sattelzug geprallt. Der 70 Jahre alte Autofahrer aus dem Hochschwarzwald starb.

Ein weiterer Mann, ein 20-Jähriger aus der Schweiz, kam ums Leben, nachdem er aus dem Auto ausgestiegen und von einem herannahenden Wagen erfasst wurde. Unklar war zunächst, ob der Mann versucht hatte, die Fahrbahn zu verlassen, bevor er angefahren wurde. Zunächst hatte die Polizei mitgeteilt, ein Autofahrer habe eine Rettungsgasse genutzt und den 20-Jährigen dabei angefahren. „Das hat sich bei den Nachforschungen nicht bestätigt“, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid aus Freiburg.

Mit einem Großaufgebot waren Polizei, Notärzte und Rettungsdienste im Einsatz. „Es ist ein brutales Trümmerfeld“, sagte Schmid weiter. Die Autobahn wurde in Richtung Süden für längere Zeit gesperrt. red/lsw


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