Schwüles Wetter: Körper nicht überlasten
Vor allem ältere Menschen mit schwachem Kreislauf betroffen − Erhöhte Gefahr von Herzinfarkten.
Es sind die schwülwarmen Temperaturen der vergangenen Tage, die vielen Menschen offenbar Probleme bereiten. Sie klagen, dass der Körper schlaff ist, der Kopf schmerzt und die Konzentration nachlässt. Aber gibt es Wetterfühligkeit wirklich?
Mythos
"Es ist sicher kein Mythos, dass das Wetter einen Einfluss auf uns Menschen hat", sagt Angelika Grätz, Medizin-Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst. Das schwüle Wetter sei belastend. Der Körper versucht die Temperatur bei 37 Grad zu halten und schwitzt zur Kühlung. Die Wirkung der dadurch entstehende Verdunstungskälte ist bei schwülem Wetter aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit geringer.
In der Notaufnahme des SLK-Klinikums Am Gesundbrunnen in Heilbronn ist das derzeitige schwüle Wetter zu spüren. "Wenn das Wetter umschlägt, gibt es in der Notaufnahme ein vermehrtes Aufkommen von Patienten", sagt Dr. Marcus Hennersdorf, Leiter der Medizinischen Klinik I.
Das Herz-Kreislauf-System wird bei den feuchten Bedingungen stark beansprucht. Das Risiko für einen Herzinfarkten sei größer, sagt Hennersdorf. Vor allem ältere Menschen mit einem schwachen Kreislauf seien betroffen. Medikamente, etwa zur Entwässerung, können die Reaktion des Körpers auf das schwüle Wetter noch verstärken.

Vorhersage
"Der Schwüle können sie nicht ausweichen", sagt Meteorologin Grätz. Diese dringe auch in die Wohnung hinein. Vor allem ältere Menschen sollen sich jedoch schonen. "Man sollte seinen Organismus auf keinen Fall überlasten", sagt Grätz. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes solle es am Samstag noch einmal sehr schwül werden – und das bei Temperaturen bis 30 Grad.
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