Schwarz-Gruppe baut ihre Zukunft
Die Schwarz-Gruppe gießt ihr Bekenntnis zum Heimatstandort Neckarsulm und zur Region in Beton. Die Lidl-Konzernzentrale wird ausgebaut, bis 2019 sollen mehrere Großprojekte angeschoben werden.

Parallel zum Neubau der Verwaltung der deutschen Lidl-Gesellschaft in Bad Wimpfen, für die ein dreistelliger Millionenbetrag veranschlagt ist, investiert das Handelsunternehmen in Neckarsulm an verschiedenen Standorten mehr als 100 Millionen Euro.
Teil des Investitionsprogrammes ist die Modernisierung bestehender Verwaltungsgebäude, geplant sind aber auch mehrere Neubauten. Das sagte Immobilien-Geschäftsführer Josef Klug der Heilbronner Stimme. Er ist unter anderem für die Weiterentwicklung der unternehmenseigenen Gebäudeinfrastruktur verantwortlich.
Infrastruktur
"Notwendige Voraussetzung" für die Investitionen ist, so Josef Klug, "eine funktionierende Infrastruktur". Von der Verbreiterung der Zufahrtsstraße und der neuen Ampel "erhoffen wir uns eine deutliche Verbesserung". Sinnvoll wäre aus Unternehmenssicht zudem, die beiden Sackgassen im Trendpark zu verbinden und beim TDS-Turm (Fujitsu) eine weitere Zufahrt zur Südtangente zu schaffen. Josef Klug geht davon aus, dass die Stadt diesen Anschluss im nächsten Jahr bauen wird. Für ihn fällt dieses Teilprojekt in die Kategorie Wichtig. Den Anschluss an die B27 "brauchen wir nicht", sagt der Schwarz-Manager. "Wir brauchen ein infrastrukturelles Gesamtkonzept."
Stiftsberg
Schon wieder platzen die Verwaltungsgebäude von Lidl International und den Dienstleistungsgesellschaften der Schwarz-Gruppe aus allen Nähten − 3000 Mitarbeiter der Gruppe haben dort ihren Arbeitsplatz, die meisten von ihnen sind bei der Lidl Stiftung beschäftigt, die die Landesgesellschaften des Unternehmens betreut. Mehrere Grundstücke im Südwesten des Trendparks hat das Unternehmen bereits von der Stadt Neckarsulm gekauft, mit Nachbarn gebe es "gute Gespräche".
Geplant sind in enger Abstimmung mit der Stadt Neckarsulm der Bau eines zusätzlichen Verwaltungsgebäudes für die Schwarz Dienstleistungen und eines weiteren Parkhauses. 2019 sollen diese Gebäude bezogen werden. Außerdem soll das in Leichtbauweise erstellte Restaurant am Stiftsberg durch einen Neubau ersetzt werden. Parallel gehen die Arbeiten an der Modernisierung der älteren Bereiche des Lidl-Stiftung-Verwaltungsgebäudes weiter. Unter anderem wird dort die IT-Infrastruktur aktuellen Gegebenheiten angepasst.
Rötelstraße
In der Rötelstraße 30 bricht Lidl Deutschland bis 2019 seine Zelte ab − der Umzug nach Bad Wimpfen ist beschlossen. Auf dem bisher als Parkplatz genutzten Grundstück Rötelstraße 36 (ehemals Landerer) plant das Unternehmen nun den Bau eines weiteren Verwaltungsgebäudes mit Parkhaus.
Heiner-Fleischmann-Straße: Mit der Erweiterung der Kaufland-Deutschland-Zentrale sind die Arbeiten dort nicht abgeschlossen. Schon bald soll dort, wie Gruppen-Chef Klaus Gehrig bereits angekündigt hatte, die Modernisierung der bestehenden Gebäudeteile in Angriff genommen werden.
Keinen Platz auf der aktuellen Prioritätenliste der Schwarz-Gruppe haben die geplanten Gewerbegebiete im Umfeld des Trendpark. "Grundsätzlich", so Josef Klug, sei man auch dort an Erweiterungsflächen interessiert.
Reaktionen
Oberbürgermeister Joachim Scholz sieht in den nun vorgestellten Erweiterungsplänen der Schwarz-Gruppe eine Bestätigung der von Konzernchef Klaus Gehrig 2015 angekündigten Weiterentwicklung von Lidl und Kaufland am Standort Neckarsulm. Ihm sei allerdings auch bewusst, dass diese Pläne Auswirkungen auf die Infrastruktur haben. "Der Verkehr darf nicht zum Standortnachteil für die Firmen werden."
Nur wenige Tage vor der OB-Wahl in Neckarsulm am Sonntag zeigt sich Herausforderer Steffen Hertwig aus Igersheim etwas irritiert über den Zeitpunkt der Nachricht. "Prinzipiell begrüße ich aber jede Investition, die den Hauptgewerbesteuerzahler in der Stadt hält", sagt Hertwig. Am Wegzug von Lidl Deutschland nach Bad Wimpfen ändere das allerdings nichts.
Der dritte Kandidat Ulrich Bertok will nicht spekulieren: "Dass der OB da bewusst etwas zurückgehalten hat, um im Wahlkampf zu punkten, möchte ich ihm nicht unterstellen." Antworten auf den zusätzlichen Verkehr rund um den Trendpark zu finden, werde nun aber noch schwieriger. cgl
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