Gundelsheim/Heidelberg

Schleuse Gundelsheim hat keine Probleme mit dem Eis

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die Angestellten der Schleuse Gundelsheim haben alles im Griff: Indem sie das Wasser in Bewegung halten, konnte die Eisbildung bislang verhindert werden. Auf dem unteren Neckar hingegen gibt es weiterhin Behinderungen in der Schifffahrt.

Von Adrian Hoffmann und dpa
In einer Kammer der Gundelsheimer Schleuse hat sich bis Dienstag nur eine dünne Eisdecke gebildet. Auf den Einsatz von Eisbrechern kann verzichtet werden. Foto: Adrian Hoffmann
In einer Kammer der Gundelsheimer Schleuse hat sich bis Dienstag nur eine dünne Eisdecke gebildet. Auf den Einsatz von Eisbrechern kann verzichtet werden. Foto: Adrian Hoffmann

„Wenn das Wasser in Bewegung bleibt, gefriert es nicht so schnell“, erklärt Wolfgang Rost von der Betriebsstelle in Gundelsheim. Dazu werde ein sogenannter Schwimmgreifer namens „Pelikan“ eingesetzt. Mit einer Baggerschaufel bringt er Unruhe ins Wasser im Kanal. Bereits vorhandene Eisblöcke werden so aus der Schleuse gespült.

„Man kann das von Anbeginn der Kälteperiode machen, dann erzielt man mit wenig Aufwand einen tollen Erfolg“, erklärt Rost. Dadurch könne hier auf Eisbrecher verzichtet werden. Der „Pelikan“ werde meist am frühen Morgen eingesetzt, da ist die Gefahr des Gefrierens groß. Tagsüber sei die Kraft der Sonne nicht zu unterschätzen, so Rost. Ein bisschen Bewegung im Wasser kann auch eine Luftsprudelanlage erzeugen.

Am Dienstag habe man eine Wassertemperatur von 2 Grad gemessen. Montag seien es noch 1,4 Grad gewesen.

„Hier dürfte nichts mehr passieren“, meint auch Betriebsstellenleiter Peter Kreß. Höchstens Probleme mit der Hydraulik, wie es sich bei dieser Kälte nicht vermeiden lasse. Dass alles so reibungsfrei laufe in Gundelsheim, liege aber auch daran, „dass wir nicht gerade die Füße stillhalten“.

Eisschollen vor den Schleusentoren in Mannheim-Feudenheim. Foto: WSA Heidelberg
Eisschollen vor den Schleusentoren in Mannheim-Feudenheim. Foto: WSA Heidelberg

Auf dem unteren Neckar hingegen sorgt das frostige Winterwetter weiterhin für Behinderungen in der Schifffahrt. Die Schleusentore bei Neckargemünd und Schwabenheim seien wegen der Kälte derzeit nicht in Betrieb, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Heidelberg am Dienstag mit. Der anhaltende Frost sorge dafür, dass die Hydraulik versagt und Eismassen die Tore verstopfen. 25 Frachtschiffe liegen wegen der Schleusensperrung nun auf dem Abschnitt zwischen Mannheim und Hirschhorn (Hessen) fest.

Nach WSA-Prognose bleiben die Schleusen auch in den nächsten Tagen noch außer Betrieb, da die Eisbildung weiter anhalte. Die Eisbrecher „Worms“ und „Maxau“ sind auf dem unteren Neckar unterwegs, um die Eisschicht zu brechen.

Zwischen Gundelsheim und Heilbronn betrug die Eisdicke lediglich rund einen Zentimeter. Dort setzt die Behörde kleinere Boote für den Eisaufbruch ein.

Auf dem Neckar rund um Stuttgart ist die Situation dagegen etwas entspannter. „Im Moment können wir alle Schleusen freihalten“, sagte ein WSA-Sprecher in Stuttgart. Mithilfe von Luftsprudelanlagen werde warme Luft unter der Wasseroberfläche an die Schleusentore geblasen, um Eisbildung zu verhindern.

Flussaufwärts im Plochinger Hafen ist das Eis zwar bereits rund zehn Zentimeter dick, die Eisschollen am Ufer sollten aber unter keinen Umständen betreten werden. „Bitte vom Eis auf dem Neckar fern bleiben“, warnte der Behördensprecher. Wer im Eis einbreche, werde von der Strömung des Flusses unter dem Eis weggezogen. Eine Rettung sei dann kaum möglich.

Dass der Neckar zufriert, kommt den Angaben zufolge nicht allzu häufig vor, da die Perioden mit lang anhaltendem strengen Frost selten sind. Zuletzt war der Neckar laut WSA im Winter 2012 zugefroren. 

 
 
Nach oben  Nach oben