Das Logistikzentrum und die neue R8-Manufaktur: Bis auf den letzten Winkel sind die Audi-Gebäude im Heilbronner Industriegebiet Böllinger Höfe herausgeputzt. Heute Vormittag wird der "bedeutende Meilenstein für den Standort Neckarsulm", wie Produktionsvorstand Hubert Waltl es formuliert, offiziell eingeweiht.
Gestern Abend hat das Unternehmen die Tore schon einmal geöffnet für geladene Gäste. Erstmals zeigte der Autobauer dabei das Innenleben der beiden großen Gebäudekomplexe, die in den vergangenen Monaten an der Alexander-Baumann-Straße aus dem Boden gewachsen sind.
Hoch hinaus will Audi mit dem Logistikzentrum, das ohne Vollautomatik auskommt.
Foto: Fotos: Audi
Normalerweise ist Fred Schulze kein Mann für große Emotionen. Vor der Führung durch die neuen Gebäude lässt er gestern Abend seine Nüchternheit für ein paar Momente beiseite. "Das ist ein seltenes Glück", sagt er stolz. "Nicht jeder Werkleiter bekommt eine solche Chance." Bei seinem Amtsantritt Anfang 2012 hatte er knapp 25 Hektar Gelände vorgefunden, die sein Vorgänger Albrecht Reimold noch gekauft hatte.
Die Planung war zu diesem Zeitpunkt aber noch offen. "Gemeinsam mit den Kollegen durfte ich gestalten, entscheiden und umsetzen", sagt Schulze. "Wir haben sehr lange und sehr intensiv diskutiert, was die richtige Bebauung ist." Ganze Stockwerke sollen dabei weggefallen sein, es sind aber auch Gebäudeteile hinzugekommen. Zum Beispiel die architektonisch auffällige Raute an der 30 000 Quadratmeter großen R8-Produktion, deren Inneres den Besucherraum für den Sportwagenkunden enthält. Sie war in der zunächst genehmigten Variante nicht enthalten.
In der neuen Manufaktur, in der etwa 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, hat das Unternehmen seine gesamte Sportwagenfertigungskompetenz in einer Produktionshalle vereint. Dadurch werden Produktionsprozesse optimiert. Neben dem Audi R8 und dem Spyder wird dort auch die Karosse des italienischen Halbbruders Lamborghini Huracán gemacht. Aktuell laufen in den Böllinger Höfen pro Arbeitstag zehn Sportwagen vom Band.
Die Mitarbeiter der R8-Fertigung haben in den Böllinger Höfen jetzt ganz andere Arbeitsbedingungen.
Das Logistikzentrum ist so lang wie der Eiffelturm hoch ist, und innerhalb der Mauern ist die Fläche so groß wie sechs Fußballfelder. Platz zum Fußballspielen haben die Beschäftigten des Dienstleisters, der das Lager betreibt, dennoch nicht: In zwölf Meter hohen Regalen stehen auf 22 500 Palettenstellplätzen die unterschiedlichsten Teile bereit, die für die Produktion der sechs Modelle und 20 Derivate in Neckarsulm benötigt werden. Und zwar immer in der richtigen Reihenfolge. Ein Transport-Leit-System berechnet den Mitarbeitern den besten Weg durch die Regallandschaft.
Nicht mehr, sondern weniger Lastwagenverkehr verspricht der Autobauer sich und den Anwohnern durch die Investition: Bisher gab es im Umfeld des Werks nämlich fünf Lagerstandorte, die Audi in das neue Logistikzentrum zusammengeführt hat.
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.