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Untergruppenbach

Strom für eine Stadt wie Neckarsulm

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Der Projektentwickler Abo Wind plant auf der Gemarkung von Untergruppenbach bis zu vier Windräder in Höhenlage bei Vorhof.

Von unserer Redakteurin Angela Groß
Diese Fotomontage zeigt, wie vier Windräder, vom Standort des Abstatter Teilorts Happenbach aus gesehen, in der Landschaft wirken würden.Visualisierung: Abo Wind
Diese Fotomontage zeigt, wie vier Windräder, vom Standort des Abstatter Teilorts Happenbach aus gesehen, in der Landschaft wirken würden.Visualisierung: Abo Wind

100 Bürger nutzten das Angebot des Unternehmens, sich zu diesem sehr frühen Zeitpunkt über das Projekt zu informieren. Sollte es realisiert werden, wäre ein möglicher Baubeginn im Jahr 2018. Der Windpark "Heilbronner Weg" könnte so viel Strom produzieren wie rund 27 000 Personen zu Hause verbrauchen. Zum Vergleich: die Stadt Neckarsulm hat rund 26 000 Bürger.

Eigentum

Die Fläche ist im Besitz des Fürstenhauses Hohenlohe, das mit dem Unternehmen einen Vertrag abgeschlossen hat. Um zu prüfen, ob an diesem Standort tatsächlich genügend Wind weht, möchte der Projektentwickler im Sommer einen Windmessmast aufstellen. Er hat beim Landratsamt dazu bereits einen Antrag gestellt.

Das seit 1996 bestehende Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden hat in Deutschland 300 Windenergieanlagen ans Netz gebracht, mit knapp 700 Megawatt Gesamtleistung. Das jährliche Projektvolumen beträgt nach eigenen Angaben 250 Millionen Euro. "Sie sind schon lange im Geschäft", kommentiert der Untergruppenbacher Bürgermeister Joachim Weller. "Uns ist maximale Transparenz wichtig", erklärt Projektleiter Sebastian Schroll.

Projektleiter Sebastian Schroll (links) ist zuständig für den regional geplanten Windpark, rechts der Untergruppenbacher Bürgermeister Joachim Weller.Foto: Berger
Projektleiter Sebastian Schroll (links) ist zuständig für den regional geplanten Windpark, rechts der Untergruppenbacher Bürgermeister Joachim Weller.Foto: Berger

Prospekte, Stellwände mit Plänen und Fotos und Kaffee und Kuchen haben die Wind-Experten mitgebracht. Sie stehen vier Stunden während einer Informationsmesse am Donnerstag in der Hohenriethalle Interessierten Rede und Antwort. Anhand von Visualisierungen sehen die Bürger, wie Windräder von verschiedenen Standorten der Umgebung aus gesehen, wirken würden. Auf einer Karte sind die Abstandsflächen zur Wohnbebauung in Untergruppenbach-Vorhof und Löwenstein-Rittelhof eingezeichnet: Drei Räder hätten im ersten Entwurf mehr Abstand als 1000 Meter, eines liegt unter 1000 Meter.

"Es ist noch sehr viel Dynamik in der Planung, es gibt tausend Kriterien zu beachten", sagt Sebastian Schroll. Die Bürger stellen Fragen zu Abstandsflächen zur Wohnbebauung, Schallemissionen und zeigen Interesse für eine finanzielle Beteiligung − hier bietet der Projektentwickler mehrere Angebote an. Das Gebiet, das sich die Wiesbadener ausgeschaut haben, deckt sich mit einer Fläche, die auch beim Suchlauf des Gemeindeverwaltungsverbands Schozach Bottwartal herausgekommen ist. Der Gemeindeverwaltungsverband verfolgt kein wirtschaftliches Interesse, sondern erfüllt eine ihm zugewiesene Aufgabe.

Anhand eines Kriterienkatalogs beschließt er in der Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans solche Gebiete, wo Windkraftanlagen möglich sind und schließt andere aus. Für die im Verband zusammengeschlossenen Kommunen Ilsfeld, Beilstein, Abstatt und Untergruppenbach gibt es lediglich zwei solcher Windpotenzial-Flächen − "und die sind ausgerechnet beide auf Untergruppenbacher Gemarkung", stellt Gemeindechef Weller fest. Dabei handelt es sich um ein Gebiet an der Autobahn und ein zweites an der Wanderstrecke, jenem Heilbronner Weg, an der Grenze zu Löwenstein. Der erste Standort wurde verworfen, weil Lehrensteinsfeld Bedenken anmeldete.

Lärm

Die bereits bestehenden Lärmprobleme der Bürger in Vorhof − Motorräder, Schwertransporte, Autobahn − kennt der Bürgermeister. "Für Windkraft gibt es immer pro und contra", sagt Weller. Der Gemeinderat müsse sich an die rechtlichen Vorgaben halten. Das Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen ist komplex und sehr zeitaufwendig. Die naturschutzfachlichen Untersuchungen erstrecken sich über die komplette Vegetationsperiode eines Jahres und sind Voraussetzung für das Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz. Damit hat Abo Wind bereits angefangen. "In einem Jahr wissen wir mehr", sagt der Untergruppenbacher Verwaltungschef. Bürger können über die Homepage in Kontakt mit Abo Wind kommen.

Weitere Informationen

www.windpark-heilbronner-weg.de

 
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