Stimme+
Heilbronn
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Spielplatztester in der Stadt

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Zweitklässler bewerten Spielgeräte in Fußgängerzone − Schaukel wird vermisst

Von unserer Redakteurin Gertrud Schubert
Leon findet die Rutsche einfach super. Dennoch haben die Kinder viele Ideen, was sich hier verbessern ließe. Eine Wendeltreppe, Kletterstange oder Leiter für den Leuchtturm fänden sie gut, damit sie von oben runter schauen können.Fotos: Mario Berger
Leon findet die Rutsche einfach super. Dennoch haben die Kinder viele Ideen, was sich hier verbessern ließe. Eine Wendeltreppe, Kletterstange oder Leiter für den Leuchtturm fänden sie gut, damit sie von oben runter schauen können.Fotos: Mario Berger

Wenn es um Kinder geht, meinen Erwachsene immer, sie wüssten alles besser: Wie man sie erzieht, was sie gerne essen, was sie lernen sollen. Jetzt dreht der Kinderschutzbund Heilbronn den Spieß einmal rum und fragt Kinder nach ihrer Meinung. Als Erstes waren Zweitklässler der Wilhelm-Hauff-Schule Heilbronn in der Fleiner Straße und in der Sülmer City als Spielplatztester unterwegs. Ergebnis: Das Schiff am Hafenmarkt liegt in der Beliebtheitsskala mit der Note 2 oben. Und: Am meisten stört die Kinder Dreck. Kippen und Müll im Sand, aber auch Sand auf den Spielgeräten können sie nicht ausstehen.

Mit Wohlfühlfaktor Mit einem Fragebogen lenkt Checks, das neue Angebot des Heilbronner Kinderschutzbundes, die Blicke der Kinder auf den zu untersuchenden Gegenstand. Welche Spielgeräte gibt es? Ist der "Spieli" schön, sauber, sicher, in gutem Zustand? Und wie ist die Umgebung: Gibt es Toiletten, Bänke, einen Zaun, Mülleimer, Natur? Die Kinder verteilen Kreuzchen und Noten, am Ende geben sie eine Gesamtbewertung ab und begründen, warum sie sich auf dem Spielplatz wohlfühlen oder nicht.

Drei Themenspielplätze nehmen die Hauff-Kinder unter die Lupe, Spielplätze, die fast alle Kinder aus der Region kennen. Hier spielen sie, solange ihre Mama einkauft, vor dem Besuch in der Stadtbibliothek oder während, wie Nursah (8) erzählt, ihre Geschwister gerade beim Friseur sitzen.

Ihre Gesamtbewertung ist durchaus widersprüchlich. Tim (8) zum Beispiel bleibt in einer Röhre hängen, als er beim Testen durch das aufgestellte Buch vor dem K3 klettert, kopfüber macht er den Abgang in den Sand. Er gibt dem Spielplatz trotzdem lauter Einsen. Im Durchschnitt der 23 Kinderbewertungen bekommt der Spielplatz mit Kletterbuch, Noten und Buchstaben, die auf die nahe Bibliothek und Musikschule anspielen, bloß eine Drei. "In der Rutsche lag Sand, da hat man hinterher den ganzen Popo voll Sand", beschwert sich Merle (8). Überhaupt stört die Kinder der Sand auf den Spielgeräten: "Da rutscht man aus", sagen sie. Könnte man den nicht wegkehren? Und den Müll einsammeln? Auch die drei Buchstaben D-U-R finden sie nicht so genial. Marco (8) urteilt: "Da kann man stolpern." Luis (8) findet die Löcher und Röhren in dem hölzernen Buch aber große klasse, "weil man sich verstecken kann".

Zu klein Mit einer Vier benoten die Kinder Schafe, Wollknäuel, Hund, Strickkorb und -nadeln am Wollhaus. Im Gespräch mit der Stimme erwähnen sie den Platz kaum, auf den Fragebogen steht oft: "Ich fühle mich nicht wohl, weil der Spielplatz zu klein ist." Auf allen drei Spielplätzen vermissen sie die Schaukel.

Das große und das kleinere Schiff am Hafenmarkt bekommen viel Lob. Man kann die Seile hochklettern, die Rutsche ist gut (aber ein bisschen zu kurz), man kann sich gut übers "Fischernetz" hangeln. Obwohl der Platz unter den dreien der größte ist: Die Kinderwürden ihn vergrößern.

Mehr als tragfähig. Das "Fischernetz" im Boot am Hafenmarkt kommt bei den Achtjährigen gut an.
Mehr als tragfähig. Das "Fischernetz" im Boot am Hafenmarkt kommt bei den Achtjährigen gut an.
Ganz schön viele Fragen müssen beantwortet werden. Am Schluss steht eine Gesamtbewertung mit Begründung.
Ganz schön viele Fragen müssen beantwortet werden. Am Schluss steht eine Gesamtbewertung mit Begründung.
Nach oben  Nach oben