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Heilbronn

Prostitution auf der Straße floriert

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Die Prostitution in der Heilbronner Hafenstraße hat in den vergangenen Monaten drastisch zugenommen. Größtenteils osteuropäische Frauen bieten in kurzen Röcken und langen Stiefeln bereits ab dem frühen Nachmittag käufliche Liebe an.

Von unserem Redakteur Jürgen Kümmerle

Hafenstraße Prostitution
Hafenstraße Prostitution
Gady Shapira beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. Der 39-Jährige ist Inhaber der Regina-Bar und hatte vor knapp zwei Jahren in der Heilbronner Mönchseestraße Wohnungen an Prostituierte vermietet. Anwohner und Nachbarn hatten sich über "Huren, die sich an Fenstern zeigen" beschwert. Die Stadt Heilbronn untersagte den Betrieb. Daraufhin habe sich die Prostitution in die Hafenstraße verlagert, ist Shapira sicher.

Früher standen drei Frauen an der Hafenstraße, heute sind es 13." Er befürchtet das unkontrollierte Anwachsen der Prostitution in Heilbronn.

Einzelne Beschwerden

Der Verwaltung sind bislang so gut wie keine Beschwerden bekannt. "Ordnungsamt und Polizei beobachten aber die Situation und werden bei Auswüchsen reagieren", sagt Christian Britzke, Pressesprecher der Stadt Heilbronn. Bisher habe es einzelne Beschwerden von Anliegern gegeben. Dass jetzt mehr Prostituierte in der Hafenstraße stehen, konnte Britzke nicht bestätigen. "Darüber liegen uns keine Erkenntnisse vor."

Doch nicht nur auf die Zunahme des Straßenstrichs reagiert Shapira mit Verwunderung. "Die Frauen, die in meinen Wohnungen als Mieterinnen gelebt haben, waren angemeldet und haben pro Tag 25 Euro Steuern bezahlt", behauptet der Heilbronner. Bis zu 20 Frauen seien es gewesen, die bei ihm eine Wohnung gemietet hatten. "Die haben in den Wohnungen gelebt, geschlafen und gearbeitet." Christian Britzke kann das nicht bestätigen. 2012 sei dort für "wenige Monate Wellness und Massage angemeldet gewesen." Ob in dieser Zeit Steuern bezahlt wurden, konnte der Stadtsprecher aufgrund des Steuergeheimnisses nicht sagen.

Keine Steuern

Frauen auf dem Straßenstich seien nicht angemeldet, sagt Britzke. Somit zahlen sie auch keine Steuern und sind nicht krankenversichert. Eine Pflicht zur Anmeldung, bestehe auch für Frauen in Bordellen und Wohnungen nicht, sagt Britzke. Für Shapira ist nach wie vor unklar, warum die Stadt damals die Prostitution in seinen Wohnungen verbot. Es hätten sich lediglich drei Bewohner direkt aus der Mönchseestraße beschwert. Die anderen Beschwerden seien von Anwohnern aus den umliegenden Straßen gekommen. Die Stadt sagt, Beschwerdeführer seien damals direkt betroffene Nachbarn und etwas entfernt wohnende Anrainer gewesen.

Verschwunden

Neben dem Einnahmeverlust führt Shapira die fehlende Sicherheit an. "Ich hatte die Wohnungen immer an zwei Frauen vermietet." Damit habe eine gewisse Sicherheit bestanden. In der Hafenstraße seien die Frauen sich selbst überlassen. Shapira gibt auch der Stadt eine Mitschuld am Verschwinden der 25-jährigen Prostituierten, die seit Juli vermisst wird. Sie war auf der Hafenstraße anschaffen und erschien nicht zum vereinbarten Treffpunkt. Seitdem fehlt jede Spur von ihr. "Das wäre mit den Frauen aus den Wohnungen nicht passiert."

 
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