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Heilbronn

Nichts geht mehr

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Die neue Allee mit der Stadtbahn sieht keine Haltebereiche für Warenannahme und Auslieferung vor. Einzelhändler rund um das Shoppinghaus reagieren verwundert. Auch deshalb, weil die Stadtverwaltung Alternativen vorschlägt, die nicht funktionieren.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

Schon heute geht es auf der Zufahrt zur Shoppinghaus-Tiefgarage eng zu. Parken hier Lkw zum Be- und Entladen, geht nichts mehr.Foto: Guido Sawatzki
Schon heute geht es auf der Zufahrt zur Shoppinghaus-Tiefgarage eng zu. Parken hier Lkw zum Be- und Entladen, geht nichts mehr.Foto: Guido Sawatzki

Der Drops ist gelutscht, doch für die Einzelhändler und Dienstleister auf der Ostseite der Heilbronner Allee stirbt die Hoffnung zuletzt. Einer von ihnen ist Rüdiger Ecks vom Miele-Kundendienst im Shoppinghaus. Er hält ein Fax von der Stadtverwaltung in der Hand, aus dem unmissverständlich hervorgeht: Die neue Allee mit der Stadtbahn Nord sieht keine Haltebereiche für Warenannahme und Auslieferung vor.

Privatbesitz

"Wie soll meine weiße Ware dann in den Laden kommen?", fragt Ecks. Seine Mimik zeigt Ratlosigkeit. Denn er weiß schon jetzt: Die Be- und Entladeprobleme werden sich noch verschärfen, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Im Schnitt dauert eine Ladeaktion 30 Minuten. Diese Tätigkeit stellte bisher kein Problem dar, da die Abbiegespur nach den Kurzparkplätzen Richtung Shoppinghaus-Tiefgarage als Ladezone ausgewiesen war.

"Sie können später nur von der Karlstraße über die schmale Zufahrt zwischen Sparda-Bank und Pauluskirche ihre Warenannahme und Auslieferung abwickeln. Von der Allee aus geht es dann nicht mehr", schreibt Werner Chriske an Rüdiger Ecks. Chriske ist Anliegerbeauftragter für die Stadtbahn Nord. Bei Rüdiger Ecks löst dieser Vorschlag Sprachlosigkeit aus: "Weiß man im Rathaus nicht, dass dieser Weg in Privatbesitz ist?" Neulich, sagt er, habe ein Lkw doch versucht, von der Karlstraße abzubiegen, sei aber an einem Vordach hängen geblieben.

Und auch der Gedanke, von der Gartenstraße über das sogenannte Gruische Gässchen von hinten zum Shoppinghaus zu fahren, kann verworfen werden: Das Gässchen ist ebenfalls in Privathand. Derzeit erlaubt Marianne Götzenberger, seit 1976 Hausmeisterin der Shoppinghaus-Tiefgarage, Miele-Lkw kurzzeitig das Parken in der Tiefgaragen-Zufahrt. "Eine Dauerlösung ist das aber nicht, denn die Tiefgarage mit rund 250 Stellplätzen hat eine hohe Besucherfrequenz." Und was sagt Rüdiger Ecks mit Blick auf die seiner Meinung nach "chaotische Baustelle" vor seinem Laden: "Irgendwie wird es einmal gehen, aber es wird auch richtig Ärger geben."

Desinteresse

"Wir haben künftig keine Parkplätze für unsere Kunden mehr", bedauert auch Hartmut Hespelt, Leiter der Heilbronner Sparda-Bank, die Situation. Die Kurzparkplätze an der Allee wird es nicht mehr geben. "Vielleicht werden an der Karlstraße Parkmöglichkeiten geschaffen", hofft Hartmut Hespelt auf ein Entgegenkommen der Stadt.

Die aktuelle Bestürzung der Händler lässt Chriske nur bedingt gelten: "Im Planfeststellungsverfahren 2009 bis 2011 war erkennbar, dass es für die Be- und Entladung von der Allee keine Möglichkeiten geben wird. Viele Geschäfte sind davon betroffen, nur hat sich während der Planfeststellungsphase niemand richtig damit beschäftigt." "Viele sind Mieter hier, die selten eingebunden werden", antwortet Ecks und sagt frustriert: "Die Kommunikation war und ist schlecht."

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