Mehr Wohnungen auf Heilbronner Dinkelacker-Areal
Der Heilbronner Gemeinderat entscheidet am Donnerstag über ein neues Wohnprojekt in der Innenstadt. Auf dem ehemaligen Dinkelacker-Areal in der Sülmerstraße sollen 143 Studentenapartments entstehen.

Das Projekt auf dem Dinkelacker-Areal an der Sülmerstraße steht erneut auf der Tagesordnung des Heilbronner Gemeinderats. Wichtigste Neuerung, die einen aktualisierten Vorhaben- und Erschließungsplan nötig machten: Die Zahl der Studentenapartments wurde von ursprünglich 102 auf 143 erhöht mit Flächengrößen von 20 bis maximal 30 Quadratmeter. Damit soll eine der letzten großen Baulücken in der Innenstadt geschlossen werden.
Im April 2016 hatte der Gemeinderat sich bereits einstimmig hinter die erste Planung gestellt. Zwischenzeitlich hat der Träger gewechselt. Der ursprüngliche Investor Isarkies hat das Grundstück und die damit verbundene Projektentwicklung Ende 2016 an die Weisenburger Projekt GmbH in Rastatt weiterverkauft, die weiterhin mit dem Heilbronner Architekturbüro Riemer Planung zusammenarbeitet.
Auch im Neckarbogen baut das Unternehmen aus Rastatt zwei Gebäude. "Heilbronn ist für uns ein sehr interessanter Standort", sagt der mit dem Studentenprojekt betraute Niederlassungsleiter Daniel Fischer. Mikroapartments seien ein Wachstumsmarkt. "Selten findet man dafür eine so schöne Lage direkt an der Fußgängerzone."
Marktgerechte Größe
Hintergrund der deutlich höheren Zahl an Wohnungen ist "die Notwendigkeit, die ursprünglich sehr großzügig geplanten Apartments auf eine Größe zu reduzieren, die für Studierende marktgerecht sind", heißt in der Vorlage der Verwaltung. Die Reduzierung der Wohnungsgrößen liegt im Interesse der Stadt Heilbronn: Damit ließe sich die Nutzung durch Studierende sicherstellen und die Nutzung durch andere Bevölkerungsgruppen eher ausschließen. Auch gibt es nicht wie zunächst geplant neun Ein- bis Fünf-Zimmerwohnungen, sondern nur noch noch zwei Drei-Zimmer-Wohnungen. Pläne für den Rewe-Lebensmittelmarkt mit Backshop bleiben unverändert.

Seitens der Verwaltung erwartet man keine negativen Auswirkungen durch die gestiegene Anzahl der Apartments. Die Zahl der Stellplätze in der geplanten Tiefgarage ist mit 53 nahezu identisch mit der früheren Planung.
Für Rewe mit 1140 Quadratmeter Verkaufsfläche sind 22,9 Parkplätze vorgesehen, nach folgender Berechnung: ein Stellplatz je 20 Quadratmeter abzüglich 60 Prozent Bonus für die Anbindung an den Öffenlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Bei den Apartments kommen auf zwei Einheiten ein Stellplatz, in der Summe sind es 28,6 Parkmöglichkeiten. Auch hier werden 60 Prozent ÖPNV-Bonus abgerechnet. Dieser entfällt bei den beiden Wohnungen: Zwei Parkplätze sind vorgesehen. Zudem listet der Plan 116 Fahrradstellplätze auf − weniger als in der ersten Planung.
Drei Neubauten sind geplant
Der Wohn- und Handelskomplex soll insgesamt vier Gebäude umfassen, drei davon sind Neubauten. Die Sülmerstraße 41 bleibt den Plänen nach bestehen, der Anbau entlang der Zehentgasse (bisher Tanzschule Vöhringer) soll abgerissen werden. Ein Großteil des Grundstücks wird bisher als Parkplatz mit 70 Stellplätzen von Bewohner und Kurzzeitparkern genutzt.
Anregungen von Bürgern führen im Bebauungsplan zu Ergänzungen in Sachen Artenschutz: Mauersegler brüten im Traufbereich am Gebäude an der Sülmerstraße. Dort könnten auch Fledermäuse Quartier finden, der Parkplatz ist Jagdhabitat. Im Wilden Wein, mit dem die Fassade der Schlosserei Kenngott bewachsen ist. Als "populationsstützende Maßnahmen" schreibt der Plan künstliche Fledermausquartiere an einer der Fassaden vor, zudem Nisthilfen für Vögel sowie die Pflanzung von Vogelnährgehölzen wie Felsenbirne, Liguster oder Holunder.
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