Heim saniert, Bewohner kehren zurück
10-Millionen-Projekt in Sontheim läuft nach Plan − Großküche mit neuem Verfahren

Ein Lkw nach dem anderen fährt in der Max-von-Lau-Straße vor und lädt ab. Matratzen, Sessel, Schränke, Geschirr und Pflegerollstühle − alles, was hundert pflegebedürftige Menschen künftig zum Wohnen, Leben und Versorgtwerden brauchen, wird in den Fluren kurz zwischengelagert und zügig in den modern hergerichteten Zimmern und in den großzügig zugeschnittenen Funktionsbereichen verteilt.
Hausdirektor Matthias Kaden, bisher Hausleiter in Neuenstadt, und Regionaldirektor Jürgen Link kontrollieren, ob die Ware in Ordnung und vollständig ist. Schon ab kommender Woche ziehen die ersten 30 Bewohner ins generalsanierte Pflegeheim der Evangelischen Heimstiftung ein: Sie wechseln vom Haus am See in Böckingen, von den Heimen in Gemmingen und Neuenstadt hierher.
Einige hatten schon vorher in Sontheim gewohnt und mussten im November 2012 für 22 Monate ausziehen, damit das 10-Millionen-Bauprojekt in einem leeren Haus stattfinden kann. Nur das betreute Wohnen, die Wäscherei und die Küche, die auch andere Häuser beliefert, waren in Betrieb.
Umbau Neuenstadt Die Neuenstädter Heimbewohner verlassen mit Fertigstellung des Sontheimer Heims nächste Woche ihr Dr. Carl-Möricke-Stift, damit die Evangelische Heimstiftung auch dieses Haus für geschätzte zehn Millionen Euro teilabreißen und neu aufbauen kann. Auch sie können später wieder zurück, wenn sie möchten.

70 Plätze sind im Haus am Staufenberg jetzt frei und in den kommenden Wochen und Monaten neu zu belegen, sagt Jürgen Link. Er ist zuversichtlich, dass das klappt: "Wir haben einen guten Ruf und können die Plätze etwas günstiger als in unseren anderen Häusern anbieten, weil wir vom Land und von der Stadt Heilbronn insgesamt 2,2 Millionen Euro Zuschuss bekommen haben." Ein Platz im Einzelzimmer kostet in Pflegestufe I im Monat 2871 Euro, in Pflegestufe II sind es 3400 Euro. Doppelzimmer gibt es keine mehr, deshalb hat das Haus am Staufenberg statt 167 wie früher jetzt nur noch einhundert Plätze auf vier Pflegeebenen in acht Wohngruppen. Stolz ist man auf den weitgehend erhaltenen großen Fest- und Speisesaal samt Cafeteria und auf die neuen Balkone vor den Zimmern.
Zusammen mit dem Generalunternehmer Rommel aus Stuttgart wurde in Sontheim eine Küche gebaut, die doppelt so groß ist wie die bisherige und für 500 Mahlzeiten konzipiert ist. Sie kostete allein 2,4 Millionen Euro und wird auch die Häuser in Neuenstadt, Böckingen, Ilsfeld, Neudenau und Gemmingen mit Mittagessen beliefern.
Umgestellt wird auf ein neues Verfahren mit Namen "Cook and Chill". Das Essen wird vorgegart, heruntergekühlt (nicht gefroren) und nach der Auslieferung (drei Mal pro Woche)unmittelbar vor dem Verzehr wieder erhitzt und fertiggegart. Das Essen auf Rädern, das die Max-von-Laue-Straße verlässt, wird nach wie vor heiß an die Kunden ausgeliefert. Alle anderen Mahlzeiten bereitet das Personal in den Wohnbereichen zu.
Noch verfügt die Heimstiftung über ausreichend Pflegefachkräfte. "Aber es wird schwieriger, gute Leute zu finden", sagt Link.
Stimme.de