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Heilbronn

Für die Wissensstadt war er auch mal Quälgeist

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Erhard Klotz verabschiedet sich als Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung − und macht für den Bildungscampus weiter

Von unserer Redakteurin Iris Baars-Werner
Erhard Klotz (3. von rechts) mit (von links) Reinhold Gall, Silke Lohmiller, Harry Mergel, Madeleine Klotz, Theresia Bauer und Reinhold Geilsdörfer.Foto: Denis Mugler
Erhard Klotz (3. von rechts) mit (von links) Reinhold Gall, Silke Lohmiller, Harry Mergel, Madeleine Klotz, Theresia Bauer und Reinhold Geilsdörfer.Foto: Denis Mugler

Am Ende der vielen Würdigungen fühlte sich Erhard Klotz gestern geradezu wie eine Heiligenfigur: vom Ruß des Weihrauchs ganz schwarz geworden. Aber gefreut hat es den langjährigen Kommunal- und Regionalpolitiker, den einstigen Amtschef des Innenministeriums und Hauptgeschäftsführer des Städtetags Baden-Württemberg schon, dass sein Wirken als Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung gestern bei seiner Verabschiedung aus diesem Amt so großes Echo fand.

Wechsel Dabei: So wirklich ein Abschied in den tatsächlichen Ruhestand war das für den agilen 77-Jährigen nicht. Bis Herbst 2019, das ließ der Heilbronner Unternehmer und Stifter Dieter Schwarz die geladenen Gäste in der neuen Aula des Bildungscampus am Europaplatz gleich wissen, liegt die Weiterentwicklung der Hochschulbauten in den Händen des promovierten Juristen Erhard Klotz. Nach 16 Jahren als Stiftungsgeschäftsführer gibt der Neckarsulmer nun einige Aufgaben an Reinhold Geilsdörfer und an Silke Lohmiller ab − das neue Geschäftsführerduo der Schwarz-Stiftung. Aber er wechselt als Geschäftsführer in die Schwarz-Immobilien (SIM) GmbH. Schließlich gilt es, die dritte Stufe des Bildungscampus bis 2019 zu vollenden, Teil der Vision von der Wissensstadt.

In den 16 Jahren habe Klotz "gewaltige Aufbauleistungen vollbracht" bekannte Dieter Schwarz: Er sprach vom Ende einer Ära. Dass der ansonsten öffentlich zurückhaltende Unternehmer zur Würdigung seines Freundes und Wegbegleiters selbst ans Mikrophon trat, verdeutlicht, wie sehr er dessen Leistung schätzt, wie viel dessen Wort und Ratschlag bei dem erfolgreichen Unternehmer gilt.

Glücksfall "Große Kreativität, hohe Effizienz, vorbehaltloser Einsatz", das waren nur einige der Beschreibungen aus dem Mund von Dieter Schwarz. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer lobte die "Vision einer öffentlich-privaten Bildungspartnerschaft mit bundesweiter Strahlkraft". Klotz sei "nicht immer bequem" gewesen, aber stets verlässlich. Und er habe sich nicht in die akademische Freiheit der Hochschulen eingemischt. "Wir haben ein Angebot gemacht, keine Politik" umschrieb Klotz selbst das Stiftungsengagement.

Ebenfalls mit Augenzwinkern beschrieb der Heilbronner OB Harry Mergel den "gehörigen Quälgeist Erhard Klotz", wenn es ihm "mal wieder nicht schnell genug ging". Gleichwohl weiß Mergel um den "Glücksfall" des Stiftungsengagements. Das sei "von unschätzbarem Wert für Stadt und Region".

Welche Aufgaben auf die Stiftung warten, verdeutlichte Professor Reinhold Geilsdörfer, Nachfolger von Erhard Klotz: Es gehe um nicht weniger als die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Campus.

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