Fliegende Menschen und surfende Hunde
Premiere bei Zirkus Krone auf der Theresienwiese − Täglich zwei Auftritte bis kommenden Mittwoch.

Das muss man sich erst mal trauen. Terrier Maylo ist der Kleinste im ganzen Ensemble von Zirkus Krone. Aber er eröffnet das Programm in der Manege mit einem mutigen Auftritt. Der Terrier surft durch das Zirkuszelt auf dem Rücken eines Seelöwen − der mindestens zehnmal größer ist als der kleine Hund.
Überhaupt gibt es viele mutige Tiere und vor allem Menschen im Programm "Evolution" von Zirkus Krone. Die Frauen zum Beispiel, die auf dem Rücken von Elefanten durch die Manege reiten. Oder die Dompteurin Jana Mandana, die ganz entspannt vor sich hoch auftürmenden Pferden stehen bleibt. Dann die Frau, die lässig auf einer meterhohen Menschenpyramide balanciert. Und Tiertrainer Bruno Raffo, der gemeinsam mit sieben Löwen in einem Käfig auftritt.
Echt Gestern gab Zirkus Krone auf der Heilbronner Theresienwiese seine Premieren-Vorstellung. Bis zum kommenden Mittwoch treten die Artisten und Dompteure jeden Tag auf. Zur ersten Vorstellung am Mittwochnachmittag blieben noch viele Plätze frei im blau-weißen Zelt mit 4000 Plätzen. Über das Pfingstwochenende rechnet der Zirkus aber mit großem Andrang.
"Es ist alles live, es ist alles echt", sagt Zirkussprecherin Susanne Matzenau. Und alles ohne doppelten Boden. Genau das gefällt den Besuchern. Besonders lauten Beifall bekommt zum Beispiel Crazy Wilson. Der Mann aus Kolumbien tritt mit seinem sogenannten Todesrad auf. Auf dem rotierenden Riesenrad turnt er bei 120 Stundenkilometern. Warum er als "der verrückteste Mann der Welt" angekündigt wird, ist spätestens klar, als er auf dem Riesenrad auch noch Saltos schlägt. 2007 hatte er bei dieser Nummer in Heilbronn einen Unfall. Auch jetzt geht jedes Mal ein lautes Raunen durch das Publikum, als er zum Salto ansetzte. Und als Crazy Wilson mit einem Salto wieder auf dem Boden der Manege landet, gibt es erleichterten Beifall.
Hautnah
54 Artisten aus 14 Ländern sind mit dem Zirkus-Ensemble nach Heilbronn gekommen. Beispielsweise die Flug-Show-Gruppe "Flying Zuniga" aus Brasilien oder die mongolische Turn-Gruppe "Khadgaa". Womit sie das Publikum in ihren Bann ziehen: So nah und zum Anfassen gibt es das nur im Zirkus.
Dasselbe gilt für die sechs Tiernummern im Programm. Als die Pferde von Trainerin Jana Mandana durch die Manege galoppieren, wirbeln die Sägespäne durch die Luft im Zelt. Grüne und blaue Papageien segeln knapp über die Köpfe der Zuschauer. Und das Fauchen der sieben Löwen ist bis in die hintersten Reihen im Zelt zu hören.



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