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Neckarsulm

Elcom-Standort soll geschlossen werden

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Vorweihnachtlicher Schock für die 31 Mitarbeiter der Neckarsulmer Firma Elcom Kommunikation. Anfang dieser Woche wurde ihnen von der Geschäftsleitung mitgeteilt, dass der Standort Ende 2016 geschlossen wird.

Von unserem Redakteur Jürgen Paul
Bei Elcom in Neckarsulm arbeiten noch 31 Beschäftigte.Foto: Mario Berger
Bei Elcom in Neckarsulm arbeiten noch 31 Beschäftigte.Foto: Mario Berger

Das Entsetzen in der Belegschaft ist groß, Betriebsrat und die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm haben Widerstand angekündigt.

Das Elektrotechnikunternehmen Elcom hat sich mit Türsprechanlagen einen Namen gemacht. 2012 wurden die Neckarsulmer von der Hager Group aus dem saarländischen Blieskastel übernommen. Auf Stimme-Anfrage begründet Hager das Aus mit der Bündelung der "bislang am Standort Neckarsulm versammelten Entwicklungs- und Produktionskapazitäten an andere Standorte der Hager Group".

Überraschende Hiobsbotschaft

Die Stimmung in der Belegschaft ist "bescheiden", wie es ein Insider vorsichtig umschreibt. Die Hiobsbotschaft kam überraschend, auch wenn es nach der Übernahme immer wieder Spekulationen über die Zukunft von Elcom im Hager-Konzern gegeben hatte.

Für Ärger sorgte die Art, wie die Schließungspläne kommuniziert wurden. "Gründe wurden weder dem Betriebsrat, der Belegschaft noch uns als IG Metall mitgeteilt", sagt Gewerkschafter Boris Zirwes. Erst auf Stimme-Nachfrage lieferte Elcom-Geschäftsführer Laurent Chabrat die Begründung. "Der Belegschaft die Schließung des Standortes zehn Tage vor Weihnachten mitzuteilen, fand ich brutal", sagt Betriebsratsvorsitzender Martin Berroth. "Wir werden die Entscheidung der Geschäftsführung aber nicht einfach akzeptieren."

Schwarze Zahlen

Berroth kann die Schließung nicht nachvollziehen. "Die Zahlen stimmen, wir haben sogar die ehrgeizigen Budgetvorgaben erreicht", sagt er. Auch Geschäftsführer Chabrat räumt ein, dass der Standort schwarze Zahlen schreibt. "Das Engagement und die Leistung der Mitarbeiter sind absolut okay", sagt er.

Die Bekanntgabe kurz vor Weihnachten begründet Chabrat damit, dass man so viel Zeit wie möglich haben wolle, um "gute Lösungen" für die Mitarbeiter zu finden. Diese würden gemeinsam mit dem Betriebsrat gesucht. Ziel sei, jedem betroffenen Mitarbeiter einen Arbeitsplatz innerhalb der Hager Group anzubieten. Da die nächsten -Standorte aber weit entfernt sind und viele Elcom-Mitarbeiter kurz vor der Rente stehen, dürfte es aber eher auf Abfindungen hinauslaufen.

IG Metall und Betriebsrat pochen auf einen Interessenausgleich und Sozialplan. "Jetzt gilt es, gemeinsam die Entscheidung der Geschäftsführung anzugehen, um die Schließung doch noch abzuwenden", sagt Gewerkschafter Zirwes kämpferisch.

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