Eine Nacht macht Lust auf Technik

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Hochschule lockt mit spannendem Programm 1500 Besucher auf Sontheimer Campus

Von unserem Redakteur Kilian Krauth
"Physik muss knallen." Dies stellte bei faszinierenden Vorführungen in der Aula der Physikprofessor Kurt Rauschnabel unter Beweis. Fotos: Andreas Veigel
"Physik muss knallen." Dies stellte bei faszinierenden Vorführungen in der Aula der Physikprofessor Kurt Rauschnabel unter Beweis. Fotos: Andreas Veigel

Die Zehntklässlerinnen Marina Rodriques, Chiara Gebhardt und Sophie Pieper blicken gebannt zu Klemens Flick und seiner "Heliane". Groß ist das Hallo, als dessen durch Luft- und Wasserdruck getriebene Rakete aus Plastikflaschen im hohen Bogen über den D-Trakt der Hochschule Heilbronn fliegt. "Ooooooh!"

1500 Besucher finden am Wochenende den Weg zum Hochschulcampus Sontheim − "so viele wie noch nie", sagt Prorektorin Ruth Fleuchaus. Die meisten bekommen angesichts des großen Angebotes leuchtende Augen: vom Alterssimulator namens Gert bis zum Golfcaddy-Parcours, von Probevorlesungen bis zum Streitgespräch, von der Kinder-Uni bis zum Otto-Rettenmaier-Labor. Was die Hochschule für angewandte Technik zu bieten hat, beeindruckt Klein und Groß − von Schüler Laurin Jutz aus Löwenstein bis zu Oberbürgermeister Harry Mergel aus Heilbronn. "Ob die Nacht ausreicht, um meine Lücken im Bereich Technik zu schließen?"

Futuristisch Wenn sich jemand angesichts der vielen Angebote überfordert fühlt, kann ihn Iris Steinmetz beruhigen. "Im Grunde wollen wir einfach Kindern und Jugendlichen Lust auf MIN-Fächer machen." MIN steht in diesem Fall für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, erklärt die Hochschul-Mitarbeiterin. "Dein Blick in die Hochschule. Dein Schritt in die Zukunft" steht auf futuristisch aufgemachten DIN-A5-Heften, die sie Besuchern reicht.

Marvin Henrich (17) und Serdan Serbest (16) aus Frankenbach haben einen dicken Stapel Prospekte unterm Arm − als ihnen plötzlich ein Roller mit Bildschirm in die Quere kommt. "Das ist ein Telepräsenz-Roboter", erklärt Michael Schmucker vom Studiengang Medizinische Informatik. "Der hat eine starke soziale Komponente", erklärt er: Wenn zum Beispiel ein Schüler krank im Bett liegt, kann er per Tablet über den Roboter im Klassenzimmer auf dem Laufenden bleiben.

Experimente Da staunt nicht nur der kleine Tibet aus Böckingen − dessen Mama ihn in Richtung Aula zieht. "Physik muss knallen", heißt es dort. Physiker Kurt Rauschnabel stellt das mit Experimenten und Witzen unter Beweis. Ein zwei Millimeter über der Supraleiter-Rennbahn schwebendes Gefährt ist ein verkleinerter Audi A8; und die Ventilatoren, die Klopapier aufrollen und Luftballons tanzen lassen, stammen natürlich von EBM Papst. "Ohne Sponsoren läuft halt nix", lässt der erfahrende Professor beiläufig einfließen. Ein Blick auf den 20 Firmen umfassenden Ausstellerreigen im Foyer liefert den Beweis.

Spielerisch führt der Verein Faszination Technik Kinder an Technik ran: von Bauklötzchen über Klingeln, Motoren bis zu Robotern. "Vor der Berufswahl sollte man wissen, was einem liegt." So sieht es auch Studienbotschafterin Jessica Emminghaus. "Nicht der Geldbeutel oder die Zahl der freien Stellen darf den Ausschlag zum Studium geben." Nebenbei räumt die Nacht der Technik auch mit einem Vorurteil auf: Die HHN ist keine Männerdomäne. Dies beweisen unter anderem Isabell Kintzel und ihre netten Mädels vom studentischen Verein HHN-Racing. Sie verkaufen die passende Wegzehrung durch die Nacht: "Lkw, also Leberkäsweck."

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www.stimme.de

Tibet aus Böckingen kontaktiert per Telepräsenz-Roboter einen Freund.
Tibet aus Böckingen kontaktiert per Telepräsenz-Roboter einen Freund.
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