Ehepaar Munz bekommt neuen Strandclub
Stadträte geben Hip-Island-Gründer Zuschlag für Ersatz-Standort an der Hafenstraße

Dass sich die Termine fast überschnitten, ist eher Zufall. Ein inhaltlicher Zusammenhang besteht aber sehr wohl: Drei Tage nach dem Baustart zur Verbreiterung der Karl-Nägele-Brücke hat der Wirtschaftsausschuss des Heilbronner Gemeinderates gestern den Pächter für die Hip-Island-Ersatz-Gastronomie gewählt.
Den Zuschlag bekamen die bisherigen Hip-Betreiber Ralph und Alexandra Munz. Das Ehepaar hatte das Strandlokal 2004 auf einem 35 Ar großen Grundstück im Innovationspark Heilbronn (Hip) aus dem Boden gestampft. Schnell entwickelte es sich zu einer beliebten Sommer-Party-Location für junge Leute. Doch nun muss das Lokal weichen. Der benachbarte Brückenneubau ist ein Schlüsselprojekt für die neuen Straßenführung im Umfeld der Bundesgartenschau 2019 und des Stadtteils Neckarbogen. Der von der Stadt nach einem langen Suchlauf ausgewählte Ersatzstandort liegt an der Hafenstraße 17.

Jugendgemeinderat
Wie nach der nicht öffentlichen Ratssitzung zu erfahren war, folgten die Stadträte mit ihrer Entscheidung einstimmig der Beschlussempfehlung der Verwaltung − und damit dem Wunsch des Jugendgemeinderates. Das 20-köpfige Gremium hatte sich stets für die Fortsetzung des bisherigen Hip-Konzepts für junge Leute stark gemacht. Der einzige ernsthafte Mitbewerber, Imbiss-Betreiber und Bukowski-Wirt Gerhard Damerau, hatte sein Konzept zusammen mit dem Stuttgarter Architekten Philipp Schmidt auf die ganze Familie abgestimmt: von Kindern über Eltern und Großeltern bis zu Jugendlichen.
"Wir hatten zunächst sechs Interessenten", ließ Liegenschaftsamtsleiter Helmut Semenass im Vorfeld der Sitzung durchblicken. "Zwei haben später abgesagt, zwei haben sich nicht mehr gemeldet und zwei reichten fristgerecht ihre Unterlagen ein". Wer? Das darf der Amtsleiter nicht sagen, gleichzeitig betonte Semenass, dass eine öffentliche Ausschreibung für das Rathaus selbstverständlich gewesen sei. "Das ist eine Frage der politischen Hygiene, aber auch der Fairness gegenüber anderen Interessenten." Bis zum Jahreswechsel soll nun ein Mietvertrag für das 32 Ar große Areal ausgehandelt werden. Zuletzt befand sich dort eine Kiesfirma. Der Mietpreis orientiere sich an der im Hafen üblichen Miete, wie hoch diese aktuelle ist, sagt Semenass nicht.

Champagner
"Ich bin froh, dass wir mit der Hafenstraße 17 auch künftig eine hervorragende Möglichkeit für eine etablierte Freiluftgastronomie mit entsprechenden Angeboten haben werden", teilte Oberbürgermeister Harry Mergel am Abend in einer Stellungsnahme mit. Familie Munz ließ derweil Champagner-Korken knallen. Dass sie den Hut in den Ring warf, ist für Ralph Munz "eine Selbstverständlichkeit. Das Hip ist schließlich unser Kind und unsere Existenzgrundlage". Ab der Sommersaison 2016 werde man das bewährte Konzept eines pazifisch anmutenden Strandlokals "fortführen und auf die Höhe der Zeit bringen". Munz rechnet mit gut 200.000 Euro Investitionskosten. Die fürs Marketing und Veranstaltungen verantwortliche Agentur Diginights-Media sei weiter mit im Boot.
Ob es beim Namen Hip bleibt, ist noch offen. Munz denkt bereits über Begriffe wie "Hafeninselprojekt" nach.
Stimme.de