Circus Carl Busch muss Kompromisse eingehen
Elefanten müssen wegen Wildtierverbot zu Hause bleiben, dennoch soll viel geboten werden − Premiere am Donnerstag

Schon seit Montag können die Aufbauarbeiten auf der Theresienwiese verfolgt werden: Der Circus Carl Busch ist in der Stadt. Am Donnerstagabend um 20 Uhr ist die Premiere. Einige Besucher werden etwas vermissen: Die Elefantendamen Carla und Maschibi müssen zu Hause in Dürrwangen bleiben.
Hintergrund ist der Beschluss des Heilbronner Gemeinderats von 2015. Demnach dürfen seit dem vergangenen Jahr städtische Flächen nicht mehr an Zirkusse verpachtet werden, die Wildtiere im Programm haben. Auch Elefanten zählen dazu.
Insgesamt bestehe noch viel Unklarheit in der Debatte um das Wildtierverbot, meint Jan Bühring, Tourleiter beim Circus Carl Busch. "Wir hoffen nach wie vor, dass sich da in den Städten etwas tut und die Beschlüsse geändert oder zurückgezogen werden."
Viele Kommunen in Deutschland haben Wildtierverbote ausgesprochen. Jedoch hatte das Verwaltungsgericht Hannover Anfang 2017 ein entsprechendes Verbot in der Stadt Hameln gekippt. Der Circus Busch habe mit der Stadt Heilbronn im Vorfeld Verhandlungen geführt, ob eine Möglichkeit bestehe, die schweren Vierbeiner doch noch mitzunehmen, berichtet der Tourchef.
Schwierigkeiten Vertraglich ist für dieses Gastspiel von Busch jedoch geregelt, dass keine Wildtiere in Heilbronn auftreten dürfen − und daran muss sich der Zirkus auch halten. Man sei den Kompromiss eingegangen, ohne die Elefanten anzureisen, schließlich "kämpfen wir mit anderen Zirkussen um den Zuschlag der einzelnen Städte", erklärt Bühring. Außerdem seien die Temperaturen noch sehr kühl. Das führt der Zirkus nun als zusätzlichen Grund an, die Tiere lieber im Winterquartier zu lassen.
Circus Busch will sich weiterhin für den Auftritt seiner Elefanten einsetzen. "Für uns als Zirkusleute sind einzig die Kontrollen der Veterinärämter wichtig", betont Bühring. "Uns geht es um das Wohl der Tiere." Das Unternehmen übertreffe sogar die gesetzlichen Anforderungen an die Haltung.
Unterhaltung Beim Zirkus will man sich mit den neuen Umständen arrangieren. Auch ohne die Elefanten seien die zweieinhalb Stunden Show bestens gefüllt, versichert Bühring. "Das wird ein Fest für die ganze Familie." Von Artisten über Hunde, Pferde, Dromedare bis zu den Clowns werde alles geboten, was zu einem klassischen Zirkus dazu gehört. Sogar ein Live-Orchester spielt. "Die Nervosität vor der Premiere steigt langsam", gesteht Artistin Alexandra Saabel.
Tickets vor Ort oder bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Das Gastspiel dauert bis Sonntag, 2. April.
Stimme.de