Neckarsulm
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Audi arbeitet gegen den Stau ums Werk

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Mehr Parkplätze und erstmals ein Jobticket für fast 16.000 Mitarbeiter in Neckarsulm.

Von unserem Redakteur Manfred Stockburger
Personalleiterin Stefanie Ulrich, Betriebsratsvorsitzender Norbert Rank, Chef-Planer Bernhard Schneider und Werkleiter Fred Schulze machen den Weg frei.Foto: Audi
Personalleiterin Stefanie Ulrich, Betriebsratsvorsitzender Norbert Rank, Chef-Planer Bernhard Schneider und Werkleiter Fred Schulze machen den Weg frei.Foto: Audi

Mehr Mitarbeiter ist gleich mehr Parkplätze. Diese Gleichung gilt jedenfalls im Neckarsulmer Audi-Werk, wo der stetige Aufbau von Mitarbeitern in den vergangenen Jahren zu Problemen bei der Stellplatzsuche geführt hat. Einschließlich Leiharbeiter beschäftigt die Fabrik inzwischen etwa 16.000 Mitarbeiter.

Da ist es kein Wunder, dass vor Tor 6 an der Kreisstraße 2000 eines der größten Parkhäuser Deutschlands steht. 5700 Stellplätze gibt es dort − weitere 1150 Parkbuchten hat Audi jetzt hinzugebaut. Der erste Bauabschnitt stammt aus dem Jahr 1999, damals hatte das Unternehmen am Standort 12 700 Mitarbeiter.

Schneller

Wenn die Fabrik nach den Werksferien wieder anläuft, soll das auch verkehrstechnisch reibungsloser gehen. "Dank der Erweiterung entspannt sich die Situation zum Schichtwechsel deutlich", sagt Werkleiter Fred Schulze. "Somit erreichen die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz schneller als zuvor."

Und ganz nebenbei ist das Parkhaus so konzipiert, dass es als Lärmschutzbarriere zwischen der Fabrik und der Stadt dient. 5700 Fahrzeuge − in Staukilometern gemessen entspricht das 28,5 Kilometer oder der Strecke nach Sinsheim − passen in das Parkhaus hinein. Dieser Vergleich macht verständlich, warum neben zusätzlichen Stellplätzen auf fünf Stockwerken eine weitere Ausfahrt auf die K 2000 und neue Drehtore ins Werk errichtet wurden.

Direkt neben dem erweiterten Parkhaus an der K2000 zwischen Neckarsulm und Kochendorf entsteht zurzeit die Stadtbahnhaltstelle Audi, die ab Dezember im Taktverkehr des HNV bedient werden soll.Foto: Dennis Mugler
Direkt neben dem erweiterten Parkhaus an der K2000 zwischen Neckarsulm und Kochendorf entsteht zurzeit die Stadtbahnhaltstelle Audi, die ab Dezember im Taktverkehr des HNV bedient werden soll.Foto: Dennis Mugler

"In Neckarsulm arbeiten heute so viele Audianer wie nie zuvor", sagt Betriebsratschef Norbert Rank sichtlich stolz. "Aufgrund der steigenden Mitarbeiterzahl mussten wir die Anzahl der Parkplätze deutlich erhöhen und verbessern so die Parkplatzsituation." Für ihn tragen solche strukturellen Verbesserungen zur nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze am Standort bei.

Dass die Beschäftigten ihre Fahrzeuge kostenlos abstellen dürfen, ist angesichts der Investitionssumme nicht zu unterschätzen − und bei Audi "eine Selbstverständlichkeit". Das neue Parkhaus der Industrie- und Handelskammer in Heilbronn, das derzeit errichtet wird, soll etwa 3,5 Millionen Euro kosten. Allerdings finden dort nur 273 Autos Platz.

Neben den neuen Parkplätzen hat Personalleiterin Stefanie Ulrich ein weiteres Verkehrsthema auf den Weg gebracht: Wie in Ingolstadt gibt es jetzt auch in Neckarsulm ein Job-Ticket, mit dem die Werker zu vergünstigten Konditionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen können. Richtig sinnvoll wird das, wenn die neue Stadbahnhaltestelle gegenüber der Parkhäuser in Betrieb geht − sie ist zurzeit noch eine Großbaustelle. Bis zu 300 Euro im Jahr sponsert Audi. Bis zu dieser Höhe übernimmt die Firma die Hälfte der Abokosten für die Fahrscheine des Mitarbeiters.

Taktzeiten

Norbert Rank erneuert in diesem Zusammenhang noch einmal die Forderung, "dass die Taktzeiten attraktiv sein müssen". Auch Werkleiter Fred Schulze findet, dass die Züge "nicht so häufig fahren, wie wir es gerne hätten". Anpassungen an die Schichtzeiten bei Audi werde es aber geben, sagt er. Angefahren wird die Haltestelle voraussichtlich ab dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember. Bisher fährt die Stadtbahn von Heilbronn ja bekanntlich nur bis zum Bahnhof Neckarsulm.

 

 
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