Stimme+
Heilbronn

4.0-Labor eröffnet Zukunftschancen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Mit einer Spende in Höhe von 200.000 Euro unterstützt der Heilbronner Mäzen Otto Rettenmaier den Technik-Ausbau in der Hochschule Heilbronn. Weitere 400.000 Euro steuert das Land bei.

Von unserer Redakteurin Gertrud Schubert
Laborleiter Dieter Wörle zeigt Otto Rettenmaier mit einem Roboter-Modell, um was in der von ihm mitfinanzierten Forschungseinheit gehen wird. Bis Herbst soll der Umbau der Interimsmensa abgeschlossen sein. Foto: Mario Berger
Laborleiter Dieter Wörle zeigt Otto Rettenmaier mit einem Roboter-Modell, um was in der von ihm mitfinanzierten Forschungseinheit gehen wird. Bis Herbst soll der Umbau der Interimsmensa abgeschlossen sein. Foto: Mario Berger

Das Otto-Rettenmaier-Labor wird das Herz der Hochschule Heilbronn (HHN) auf dem Campus in Sontheim. Zentral gelegen gibt es jedermann Gelegenheit, durch ein Fensterband ringsrum Einblick in modernste Technik zu nehmen. Der Robotik, Automation und Industrie 4.0 verschreibt sich das Forschungslabor. Am Dienstag war der fast 90-jährige Mäzen Otto Rettenmaier mit seiner Tochter Susanne Rettenmaier auf Baustellenvisite.

Mäzen

In Heilbronn ist der Name Rettenmaier vor allem mit der Historie verbunden, seine Drei-Millionen-Spende hat das Haus der Stadtgeschichte ermöglicht. Mit den 200.000 Euro für die HHN wendet sich der Unternehmer jetzt der Zukunft zu. Dekan Oliver Lenzen, dessen Technik-Fakultät im neuen Labor ihre Forschungskompetenzen bündelt, macht unmissverständlich klar, dass die Hochschule für solche Einrichtungen auf Drittmittel und großzügige Spenden angewiesen ist. Es ist zum ersten Mal, dass Rettenmaier die HHN bedenkt. Drei Millionen Euro gab er der Universität Hohenheim. Dankbar machte sie ihn zu ihrem Ehrensenator.

Susanne Rettenmaier schildert die Hoffnung, die sie mit dem Labor verknüpft: "Was heißt Industrie 4.0? Wen beschäftigt das nicht im Moment? Wir müssen ein gemeinsames Verständnis entwickeln. Was bedeutet es für uns?" Jedes Unternehmen müsse seine Prioritäten setzen, da brauche es Begleitung. "Und die Begleiter wollen wir sein", wirft Rektor Jürgen Schröder ein: Ansprechpartner, Auftragsforscher, Kooperationspartner für große, aber auch für kleine und mittelständische Unternehmen in der Region.

Für den Rektor ist der Baubeginn "eine Art Grundsteinlegung". Das Rettenmaier-Labor steht für den Aufbruch, den die HHN am Campus Sontheim nehmen soll, wenn 2019 die Betriebswirte auf den Bildungscampus umgezogen sind. Dann hat die Technik in Sontheim mehr Platz denn je, die Umgestaltung einzelner Bereiche beginnt jetzt.

400.000 Euro kommen vom Land, zusätzlich zur Spende, um bis zum Wintersemester 2016/17 die 270 Quadratmeter der Interimsmensa baulich und technisch für High-Tech-Forschung fit zu machen. Eine Transferplattform ist der Industrie 4.0 gewidmet, beschreibt Lenzen Einheiten des Labors. Da steht ein Fahrsimulator, mit dem sich beobachten und messen lässt, was beim autonomen Fahren mit dem Fahrer passiert. In einer Modellfabrik von Festo lassen sich Steuerungsprobleme aufspüren. Für bionische Roboterapplikationen stehen Schnappkieferameise und Weißkopfseeadler Modell.

Dankbarkeit

Bei all der Technikbegeisterung, die er natürlich teilt, ist Otto Rettenmaier Mensch und Hochschule das Wesentliche: "Meine Erfolge als Unternehmer waren nur möglich, weil mir Menschen zur Verfügung standen, die ihre Ausbildung und Kenntnisse an Universitäten und Hochschule erhalten haben. Ich will etwas von dem zurückgeben, von dem ich profitiert habe."

 

 

 

Nach oben  Nach oben