Reaktionen auf Tarifabschluss

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Region - Für die Heilbronner Verdi-Chefin Marianne Kugler-Wendt ist das Verhandlungsergebnis im öffentlichen Dienst "ein Kompromiss, der in dieser Höhe ohne die massiven Warnstreiks nicht zustande gekommen wäre". Für viele Kommunen dagegen ist die Schmerzgrenze erreicht.

Die Heilbronner Verdi-Chefin Marianne Kugler-Wendt beim Warnstreik am 20. März in Heilbronn. Foto: Archiv/Veigel
Die Heilbronner Verdi-Chefin Marianne Kugler-Wendt beim Warnstreik am 20. März in Heilbronn. Foto: Archiv/Veigel
Region/Potsdam - 6,3 Prozent mehr Gehalt sollen die rund zwei Millionen Beschäftigen von Bund und Kommunen innerhalb von zwei Jahren erhalten. Für die Heilbronner Verdi-Chefin Marianne Kugler-Wendt ist das Verhandlungsergebnis im öffentlichen Dienst "ein Kompromiss, der in dieser Höhe ohne die massiven Warnstreiks nicht zustande gekommen wäre". Dass eine soziale Komponente in Form einer Mindestanhebung für die untersten Lohngruppen fehlt, sei bedauerlich.

Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach sieht dagegen die Schmerzgrenze erreicht. Die Stadt müsse einen Teil der Gewerbesteueranhebung für die Tariferhöhung verwenden. Positiv sieht er, dass durch den Abschluss weitere Streiks vermieden werden können.

Landrat Detlef Piepenburg rechnet damit, dass der Tarifabschluss allein im laufenden Jahr den Haushalt mit zusätzlich 200.000 bis 300.000 Euro belastet. "Dieses Ergebnis überschreitet für viele Kommunen die Schmerzgrenze", erklärte Hardthausens Bürgermeister Harry Brunnet, Vizepräsident des Gemeindetags Baden-Württemberg. bif


Eckpunkte der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

In einer nächtlichen Marathonsitzung haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am Samstag auf einen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen geeinigt. Der Vertrag gilt für zwei Jahre. Die Eckpunkte im Überblick:

  • MEHR GELD Die zwei Millionen Beschäftigten erhalten in den kommenden zwei Jahren 6,3 Prozent mehr Geld. Der Anstieg erfolgt in drei Stufen: 3,5 Prozent rückwirkend zum 1. März 2012 und jeweils 1,4 Prozent im Januar und August 2013. Bei Berücksichtigung von Zins und Zinseszinsen kommt man in der dritten Phase auf eine Erhöhung von 6,41 Prozent. Die Gewerkschaften hatten ursprünglich 6,5 Prozent mehr Geld verlangt, allerdings in einem Jahr.

  • HÖHERE AUSBILDUNGSVERGÜTUNG In zwei Stufen verteilt über zwei Jahre steigt die Ausbildungsvergütung um insgesamt 90 Euro. Außerdem beteiligen sich die Arbeitgeber an den Fahrtkosten zu auswärtigen Berufsschulen.

  • SONDERZAHLUNG Beschäftigte an Flughäfen mit mindestens fünf Millionen Passagieren im Jahr 2012 erhalten eine Sonderzahlung von 600 Euro. Bei Flughäfen mit weniger Passagieren gibt es 200 Euro.

  • URLAUB Alle Beschäftigten erhalten ab 2012 einheitlich 29 Tage Urlaub (ab 55 Jahre: 30 Tage). Wer nach der bisherigen Regelung schon jetzt Anspruch auf 30 Tage Urlaub hatte oder ihn 2012 erlangt, behält diesen Anspruch. dpa


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