Profitipps für den schönsten Tag im Leben
Die Hochzeitsmesse auf Burg Stettenfels zog am Dreikönigstag viele Besucher an. Warum? Hochzeiten werden heutzutage "exzessiv" geplant.

Diese Erfahrung macht Ulrike Götz-Berg immer mehr: "Die Leute informieren sich sehr genau. Hochzeiten werden heute exzessiv geplant." Die Chefin von "Glanzlicht Dekorationen" aus Oedheim ist eine von zahlreichen Profis, die Brautpaare dabei unterstützen wollen, dass am schönsten Tag des Lebens wirklich an alles gedacht ist.
33 Aussteller bieten bei der Hochzeitsmesse auf Burg Stettenfels in Untergruppenbach jede Menge Tipps und Anregungen. Und das Interesse ist groß. Zur Mittagszeit ist Veranstaltungsleiter Marc Seidel zufrieden. "Das hat gut angefangen. Ich denke, 1000 Besucher kriegen wir auf jeden Fall."
Während die Menschen durch die Räume flanieren, sorgen diverse Live-Musiker für stimmungsvolle Untermalung. Sehr gut besucht sind die Modenschauen. Was trägt die Braut 2016? "Dieses Jahr ist alles vertreten", sagt Claudia Fabian vom gleichnamigen Hochzeitsmodengeschäft in Öhringen. "Schmale, fließende, figurbetonte Kleider, aber genauso im Sissi-Prinzessinnenstil." Stark betont würden Rückendekolletés, offen oder mit Tüll und Spitze bedeckt. Wobei sich dann sofort die Frage stelle: Was geht da als Unterwäsche? Klebe-BHs sind eine Möglichkeit. "Oder man muss mit Hansaplast arbeiten, wie bei den Models", so Fabian, die 20 ihrer 500 Kleider zur Modenschau mitgebracht hat.
Zeitersparnis
Das Pendant für den Herrn bietet die Modewelt Rossmann aus Öhringen. Diana Rossmann wirbt mit Komplett-Outfits - Anzug, Hemd, Krawatte, Schuhe, diverse Accessoires - und "Personal-Shopping-Terminen" auch zu Hause. "Das spart dem Kunden viel Zeit."
Bei diesem Thema kennt sich auch Martina Stephani-Poggel aus. "Zeit ist der Feind am Hochzeitstag", sagt die Löwensteiner Fotografin. Deshalb setzen viele Paare mittlerweile aufs doppelte Foto-Shooting: Ein Teil am Festtag, ein Teil "after wedding". Kristof Poggel fährt dann mit ihnen durch die Gegend, auf der Suche nach ganz speziellen Orten. Warum nicht eine Mauer im Heilbronner Industriegebiet?
Kreationen
Etwas Besonderes muss es für die meisten Hochzeiter sein - auch auf dem Tisch. "Floristik allein reicht nicht aus", weiß Ulrike Götz-Berg. Die Dekoration muss zum "Event" werden. Stark nachgefragt seien Kreationen im Vintage-Stil, mit verspielten, auf alt getrimmten Elementen, die einen gewissen "schäbigen Chic" ausstrahlen. "Das suchen sich vor allem junge Bräute aus", weiß Götz-Berg. Das Gegenprogramm ist stylish: schwarz-weiß, mit klaren Linien, teuren Blumen.
Bei den Frisuren gibt"s eher keine Trends, meint Renée Bartl von Sandy"s Hair & Nail in Brackenheim: "Wir gehen da ganz auf den Typ ein." Entscheidend sind der Geschmack der Braut - und das Kleid.
Auf Eistorten hat sich die Konditorei Stoll aus Untergruppenbach spezialisiert. Im Biskuitmantel, mit zweierlei Eisparfait. Der Vorteil: "Es fängt nichts an zu tropfen", sagt Corina Stoll. "Da gibt es keine Hektik."
Von der wollen sich auch Jörg Feufel und Nina Schmid aus Weissach nicht anstecken lassen, die im September auf Stettenfels heiraten. "Wir haben früh geplant", sagt die angehende Braut. Trotzdem schauen sie sich um: Vielleicht entdecken sie ja noch etwas Hübsches? "Inspirieren lassen" möchten sich auch die Freundinnen Gloria Koch und Julia Winter. Die jungen Frauen aus dem Zabergäu wollen 2017 heiraten. Sie freuen sich: In Sachen Einladungskarten und Hochzeitsvideo sind sie schon fündig geworden.
Neuer Termin
Das erste Januar-Wochenende ist seit Jahren fester Termin für die Hochzeitsmesse auf Stettenfels. Weil es diesmal zu dicht auf Silvester und Neujahr folgte, wurde erstmals der Dreikönigstag gewählt. Das Dienstleister-Angebot war erneut breit. Es reichte von Beauty und Catering, Event-Agentur, Weddingplanner und Traurednern bis zu Juwelieren, Reisebüros und dem Verleih von Kutschen und amerikanischen Limousinen. Und wer wollte, konnte auch Musiker, DJs oder gar einen Zauberer buchen.



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