Private Sex-Partys gestoppt
Im Eberstädter Teilort Hölzern, sorgten Sexpartys für Zündstoff. Ein Partyveranstalter spricht von einem Treffen toleranter Paare, die Heilbronner Polizei ermittelt wegen des Verdachts der verbotenen Prostitution. Anwohner beschwerten sich beim Bürgermeister, der bat die Kripo um Ermittlungen.

Im Eberstädter Teilort Hölzern soll ein Heilbronner unerlaubte Sex-Partys veranstaltet haben. Zugetragen haben sich die Partys in einem Zeitraum von mehreren Monaten. Bis im August die Polizei eingriff und dem sündigen Treiben ein Ende bereitete.
Einzelfall
Die Polizei wirft dem Betreiber vor, dass sich zwei Prostituierte auf den Partys aufgehalten hätten. Die Ermittler gehen vom Verdacht der illegalen Prostitution aus. Der Fall liegt bei der Heilbronner Polizei. Es seien zu dem Fall noch nicht alle Personen vernommen worden, heißt es auf Anfrage. Das Delikt liegt noch im Bereich der Ordnungswidrigkeit und wird nach Abschluss der Ermittlungen beim Heilbronner Landratsamt landen. Dort heißt es, dass grundsätzlich die Ordnungswidrigkeit vom Einzelfall abhänge. "Es wird geprüft, wie hoch der Verdienst war und seit wann die Tätigkeit schon ausgeübt wird", sagt Brigitte Schneider, Sprecherin der Behörde.
Inkognito
Der Betreiber macht keinen Hehl von seiner Vorliebe für private Sex-Treffs. Auch nicht, dass er regelmäßig Partys veranstaltet. Bereits über einen längeren Zeitraum. In und um Heilbronn gebe es einen Kreis von "toleranten Menschen", der sich regelmäßig zu solchen Treffen verabrede. Nicht nur in Hölzern. Er habe das Haus in dem Eberstädter Teilort samt einer Werkstatt gekauft. Für die dazugehörige Gaststätte habe er zunächst keine Verwendung gehabt. Dann sei ihm die Idee gekommen, dort die Treffen abzuhalten. Eintritt habe er nicht verlangt. Ein Unkostenbeitrag habe er für Verpflegung und Hygieneartikel erhoben, nicht, um sich zu bereichern. Den Erlös habe er in die Ausstattung reinvestiert. Dass die beiden Damen auch als Prostituierte arbeiten, sei im bewusst gewesen. "Die haben den Einladungstext zu meinen Partys auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Das war der Fehler", sagt der 50-Jährige. Auf den Partys seien sie inkognito gewesen, ohne einen Cent zu verdienen. Damit entfalle aus seiner Sicht der Vorwurf der illegalen Prostitution.
Kündigung
In Hölzern freilich kochte die Volksseele hoch. Eberstadts Bürgermeister Timo Frey spricht von Anrufen besorgter Nachbarn, die sich fragten, was da vor sich gehe. "Der Betreiber hatte im Internet auf die Erotikpartys hingewiesen. Wir haben dann mit der Kripo Kontakt aufgenommen", sagt Frey. Man habe den aufgebrachten Bürgern signalisieren wollen: "Wir kümmern uns darum." Zeitweise geriet auch der Arbeitgeber des Veranstalters in Verdacht, etwas mit den Partys zu tun zu haben. Das Firmenfahrzeug parkte prominent vor dem Gebäude. "Unser Unternehmen ist in ein schlechtes Licht geraten. Wir hatten damit überhaupt nichts zu tun." Dem Mitarbeiter hat er nach Bekanntwerden fristlos gekündigt.
Durchsuchung Dagegen geht der Ex-Mitarbeiter arbeitsgerichtlich vor. Die Aufregung um die Partys kann er nicht verstehen. Teilnehmer müssten nun peinliche Befragungen durch die Polizei über sich ergehen lassen. Die Beamten, so der Veranstalter, hätten das Gebäude durchsucht. Polizeisprecher Harald Schumacher bestätigt dies. "Mit Einverständnis des Betreibers und wegen baurechtlicher Widrigkeiten haben wir das Gebäude angeschaut." Nun überlegt der Veranstalter, einen Tag der offenen Tür abzuhalten und Interessierte einzuladen. "Ich habe nichts zu verbergen."
Stimme.de