Ober- und Untereisesheim feiern Jubiläum
Unter dem Motto „Wir feiern zusammen!“ ist am Wochenende zwischen Ober- und Untereisesheim eine Festmeile aufgebaut. Zahlreiche Vereine bieten kulinarische Köstlichkeiten und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.
Alle suchen Schatten, bei fast 30 Grad mittags um 14 Uhr auf dem Festplatz zwischen Unter- und Obereisesheim. Wohl dem, der für die Lücken zwischen den Sonnenschirmen bei der Eröffnung noch einen eigenen dabei hatte.
Die zwei Jahre Vorbereitung haben sich definitiv gelohnt. Zwar hatten die Stadtväter Bürgermeister Bernd Bordon und Ortsvorsteher Andras Gastgeb keinen Plan B für schlechtes Wetter, bei zweimal Kaiserwetter war das auch gar nicht nötig.
Vor den offiziellen Begrüßungen übernahmen MundARTmonika und Simone Schuh die Einstimmung. Das gelang ihnen mit „Kein schöner Land“ und dem eigenen Lied „Zu zweit“ beim a-capella Chor und „Das gibt’s nur einmal“ bei der Sopranistin hervorragend. Die legte noch den Wunschtitel der beiden Organisatorinnen Andrea Walderich und Heike Heigel „Ein Hoch auf uns“ nach.
Im Jahr 767 erste urkundliche Erwähnung
Oberbürgermeister Steffen Hertwig erinnerte an die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 767, als der fränkische Adlige Eberwin drei Morgen Land an das Kloster Lorsch schenkte. Isinheims Wege trennten sich 1972, als Obereisesheim sich nach Neckarsulm orientierte (OB Hertwig: „wahre Liebe war es nicht“) aber inzwischen sind alle froh und das selbständige Untereisesheim hat sich ebenfalls prächtig entwickelt. Die Vereine haben über Ortsgrenzen hinaus Berührungspunkte so dass dieses Fest dafür steht, an die gemeinsamen Wurzeln zu erinnern und die Freundschaft zu vertiefen.
Bürgermeister Bernd Bordon wollte die Idee zum gemeinsamen Feiern nicht für sich reklamieren, die hatte ursprünglich Büchereileiter Ernst Teckhaus und sie erlebte große Resonanz. Ortsvorsteher Andreas Gastgeb bedauerte, dass es im Nachbarort keine Eberwinstraße, - halle, -brunnen oder –sekt gäbe, er selbst hätte seinen Nachwuchs Alexender Eberwin getauft, wenn er männlich gewesen wäre. Er war sich sicher, dass jener Eberwin, wenn er von hoch droben (oder tief unten) zusähe, auch heute noch stolz wäre auf den Schritt vor 1250 Jahren.
Nach den Salutschüssen der Schützengilde Massenbachhausen verteilte Brauereivertreter Juan Zelkó zunächst kleine Hämmerchen, nach entsetzten Gesichtern aber richtige Geräte aus Holz, denn es ging an den Fassanstich. Drei 15-Liter-Fässer mit bayerischem Anstich und Distelhäuser Pils wurden dann angezapft. Das schafften alle Probanden, auch OB Hertwig bei seiner Premiere mit einer Schlagzahl im einstelligen Bereich und dann startete das große Feiern.
Großes Festwochenende
Am 27. Mai des Jahres 767 wurden sowohl Ober- als auch Untereisesheim unter dem Namen „Isinheim“ im Urkundenbuch des Klosters Lorsch erstmals erwähnt. Dies war die urkundliche Geburtsstunde der beiden – damals noch verbundenen – Ortschaften. Im Laufe der Zeit wurde aus Isinheim Groß- und Klein-Eisesheim sowie schließlich Obereisesheim und Untereisesheim. Aus einem gemeinsamen Dorf haben sich zwei Gemeinden entwickelt.
Entlang des Untereisesheimer Weges – und somit zwischen den beiden Orten gelegen – ist am Wochenende eine Festmeile aufgebaut. Rund 40 Vereine füllen diese mit Leben. Neben kulinarischen Köstlichkeiten und Getränken ist auch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm geboten. Von Chorgesang bis Zumba ist auf der Bühne alles vertreten. Am Samstagabend wird die Obereisesheimer Band DeZent die Besucher unterhalten. Am Sonntag übernimmt dies die Untereisesheimer Band 4Live. Auch Kinder kommen an diesem Wochenende ganz auf ihre Kosten.
Am Sonntag beginnt der Festtag um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst an der Festbühne.

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