"Mitterer 1815" ist bereits im Ofen
Holzofenbäckerei feiert 200-jährige Backtradition mit Fest und Jubiläumsbrot.

Es ist das Jahr 1815, als in Lampoldshausen die Bäckerei Mitterer gegründet und fortan als reine Holzofenbäckerei betrieben wird. Eine Erfolgsgeschichte beginnt. 200 Jahre lang hält sich diese Backtradition, bei der bis heute die Zutaten nie verändert wurden. Grund genug, dieses außergewöhnliche Jubiläum der Holzofenbäckerei Mitterer gebührend zu feiern. Deshalb verwandelt sich die Backstube in Heilbronn-Sontheim am Dienstagabend in eine Festhalle, in der sich hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Handwerk und Handel einfinden, um gemeinsam mit der Familie Härdtner, die 1986 die Bäckerei Mitterer übernahm, diese Ereignis zu würdigen.
Kurzweil
Gebannt verfolgt Innenminister Reinhold Gall, wie Backstubenmeister Herbert Nägele sowie die Bäckermeister Walter Wieland, Mike Baumeister und Sebastian Junge wie einst in Handarbeit Teig kneten und Holzofenbrote formen. Mit aufschlussreichen Worten moderiert Lars Härdtner-Sauselen von der Geschäftsführung die einzelnen Schritte.
In illustrer Runde fachsimpeln die Bürgermeister jener Kommunen, in denen es eine Härdtner/Mitterer-Filiale gibt, über die feinen Geschmacksunterschiede von Brot. Leingartens Rathauschef Ralf Steinbrenner verhandelt mit Rolf Härdtner über ein Café am Ort, und Karl Seiter, Geschäftsführer der Genossenschaftskellerei, erinnert sich, wie er mit der Großmutter Brote im Leiterwagen zum Backhäusle gezogen hat. Rolf Härdtner, bekannt für klare Worte, kann sich einen Seitenhieb auf Lidl nicht verkneifen: "Die müssen uns nicht sagen, wie man gutes Brot backt".
Anerkennung
Von einem "außergewöhnlichen Tag" spricht der Heilbronner Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic (SPD) und betont auch im Namen von Thomas Strobl, Vorsitzender der Südwest-CDU, die Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft. Die Symbiose von Tradition und Innovation lobt Gerald Friebe von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Auf die Sorgen des Bäckerhandwerks geht Andreas Kofler, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands für das württembergische Bäckerhandwerk, ein: "Bundesweit gibt es 13.000 backende Betriebe. Ihnen gegenüber stehen 20.000 offene Backstationen. Pro Jahr schließen zwei bis drei Prozent der Bäckereien." Der Bäckerei Härdtner bescheinigt er, die Weichen richtig gestellt zu haben.
Während sich zu Geigenklängen von Amy Lungu viele Gespräche um das Brot drehen, werden in modernen Öfen und bei einer Starthitze von 350 Grad mit anschließend fallenden Temperaturen die ersten Jubiläumsbrote "Mitterer 1815" gebacken. Sie kommen in den nächsten Tagen in den Verkauf.


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