Mission Schadensbegrenzung

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In der Nacht zum 1. Mai mit dem Vollzugsdienst unterwegs - Polizei: Sehr ruhig im Vergleich zu Vorjahren - In Heilbronn, Brackenheim und Oedheim kam es zu Streitigkeiten und auch Körperverletzungen, aber ohne schlimmere Folgen

Sontheim - Vier 15-jährige Jungs stehen verschüchtert hinter ein paar Klopapierrollen. „Warum habt Ihr die dabei?“, fragt Sven K. vom Heilbronner Vollzugsdienst. „Falls jemand auf die Toilette muss?“ Die Jungs lachen. „Und das Bier?“, fragt er – und lässt ihnen zwei Möglichkeiten: Entweder er nimmt die Flaschen mit auf die Dienststelle und die Eltern dürfen sie abholen, oder die Jungs kippen das Bier weg. Sie entscheiden sich fürs Wegkippen. „Sie haben die richtige Wahl getroffen“, sagt der 35-Jährige.

K. arbeitet seit einigen Jahren beim Vollzugsdienst. Seinen vollen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen. Die Walpurgisnacht-Kontrollen gehören für ihn zur Routine. Mission Schadensbegrenzung könnte man das nennen. Die Jungs in Sontheim gehören zur harmlosen Kategorie. „Die sind anständig“, meint Sven K., und verlässt die Gruppe mit einer Bitte: „Treibt es nicht so wild.“ Die Jungs wünschen noch einen schönen Abend.

Alles im Rahmen

So ruhig wie dieses Jahr ist es selten. „Ich glaube, die Leute wissen, es wird kontrolliert“, sagt K. – er fährt in den Heilbronner Stadtteilen alle Stellen ab, „auf die man ein Auge werfen sollten“. Auch aus Sicht der Polizei hielt sich alles im Rahmen. „Es gab nichts Weltbewegendes“, sagt Klaus Spohn, Polizeiführer vom Dienst. „Größere Sachbeschädigungen hat es in diesem Jahr gar keine gegeben.“ Trotzdem sind wie immer viele Jugendliche durch die Orte gezogen, läuteten an Haustüren, „verzierten“ Autos, Automaten und Häuserwände mit Toilettenpapier oder beschmierten sie mit Rasierschaum. Viele Betrunkene liefen auf den Straßen umher, Lärmbelästigungen wurden gemeldet.

In Flein, Talheim und Bad Friedrichshall wurden Schachtdeckel aufgehoben. Am Offenauer Bahnhof wurde eine Haltestelle mit Eiern beworfen, in Brackenheim ein Auto. In Bad Rappenau ist eine Telefonzelle und in Jagstfeld der Türgriff eines Hauses mit Toilettenpapier eingewickelt und angezündet worden – es entstanden laut Polizei keine nennenswerten Schäden. In Lauffen allerdings sind Wengert-Zugangstore eingetreten worden.

In Heilbronn, Brackenheim und Oedheim kam es zu Streitigkeiten und auch Körperverletzungen, aber ohne schlimmere Folgen. Polizisten verhinderten mehrmals, dass Konflikte in Schlägereien ausarteten.

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