Millionenschaden für Neckar-Schifffahrt
Region - Das Hochwasser der vergangenen Tage hat einen Schaden in Millionen-Höhe bei der Neckar-Schifffahrt angerichtet. Einige Anlagen wurden beschädigt, zudem liegt viel Treibgut bei den Schleusen. Der Neckar bleibt daher für mindestens eine Woche für den Schiffsverkehr gesperrt.

Region - Das Hochwasser der vergangenen Tage hat einen Schaden in Millionen-Höhe bei der Neckar-Schifffahrt angerichtet. Das bestätigte Walter Braun, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Stuttgart auf Anfrage von stimme.de. Der Schiffsverkehr musste daher ausgesetzt werden.
Vor allem mit Verlandungen, also Anlagerungen von Schlamm und Geröll habe man zu kämpfen. An jedem Wehr und an jeder Anlage sei Treibgut angeschwemmt worden, dass nun zunächst aufwendig mit Baggern entfernt werden muss, ehe wieder Schiffe auf dem Neckar fahren können.
Schiffe liegen fest
21 Schiffe liegen derzeit im Verantwortungsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamts Stuttgart zwischen Plochingen und Heilbronn auf dem Neckar fest. Ob die Schiffe beschädigt sind, sit nach Angaben von Braun noch unklar. "Ich weiß nicht, ob die Schiffe alle umgedreht wurden und mit dem Bug gegen die Strömung liegen."
Zudem seien einige Anlagen der Behörde, die für den Neckarabschnitt von Plochingen bis Heilbronn verantwortlich ist, beschädigt worden. So sei beispielsweise die Spundwand des Pleidelsheimer Kanals im Landkreis Ludwigsburg beschädigt worden. Das Lauffener Wehr dagegen wurde nicht beschädigt, sagt Braun.
Treibgut wird geborgen
Kein großer Schaden ist dagegen auf dem Neckarabschnitt zwischen bad Friedrichshall und Heidelberg entstanden, sagt Rüdiger Englert, stelvertretender Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Heidelberg.Dennoch ist auch dieser Abschnitt derzeit für den Schiffsverkehr gesperrt.
Zunächst müssen Bojen wieder auf die richtige Position gebracht werden, Treibgut geborgen und die Tiefe des Flusses gemessen werden. Zwischen Heilbronn und Mannheim liegen derzeit 41 Schiffe fest, sechs davon im Heilbronner Hafen.
Binnenschiff auf dem Trockenen
Nicht ausreichend Beachtung schenkte die Besatzung eines deutschen Binnenschiffes den sinkenden Pegelständen nach dem starken Hochwasser am Neckar. Dies hatte am Montagnachmittag in Neckarsteinach (bei Heidelberg) zur Folge, dass das leere Schiff, das an der Schiffswerft auf den Einbau einer neuen Motors wartet, mit der Backbordseite auf den Ufersteinen aufsaß und dadurch in leichte Schräglage geriet.
Schäden entstanden nach bisherigen Erkenntnissen weder am Schiff noch an der Uferböschung. Am Dienstag war noch unklar, wie das Schiff freigeschleppt werden soll.
Schäden bei Motorbootbesitzern
Große Schäden sind mitunter auch den Liegestellen der Motorbootbesitzer auf dem Neckar entstanden. So etwa beim Yachtclub Sund in Bad Friedrichshall. Das Gelände des Vereins an der Gabelung des Alten Neckars und des Schleusenkanals im Teilort Kochendorf stand komplett unter Wasser, sagte Gerhard Hofmann, der zweite Vorsitzende des Vereins.
Die Boote seien mitten im Fluss gelegen. Vom Clubgelände, dass auf der Landspitze angelegt ist, ist nichts mehr zu sehen. "Das ist komplett weg", sagte Hofmann. Da der Yachrclub häufig von Hochwasser betroffen ist, verzichte man auf ein massives Clubhaus. Den Schaden schätzt Hofmann auf etwa 4000 Euro.
Den 15 Booten, die zum Zeitpunkt des Hochwassers beim Yachtclub angelegt hatten, ist den ersten Erkentnissen zufolge nichts geschehen. Das Vereinsgelände sei jedoch voller Schlamm. "Ich bin fast mit dem Auto nicht mehr rausgekommen", sagt Hofmann.
Starke Strömungen, keine Überschwemmunge
Keine Schäden sind dagegen bei der Yachtschule Bootslädle in Lauffen aufgetreten. Überschwemmungen gebe es auf dem Gelände der Yachtschule kurz vor der Schleuse in Lauffen eher selten. Die Strömung auf dem Neckar sei jedoch stark. "Dass es Boote losgerissen hat, ist aber schon Jahre", sagte Lothar Lang, Besitzer der Yachtschule. "Nach bisherigem Augenschein, hat alles gehalten.


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