Lotto-Spieler machen weniger Kreuzchen

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Region Heilbronn - Der Gang zur Lottoannahmestelle an einem Samstagmorgen gehört bei vielen zur Wochenendroutine. Finanzkrise und überschaubare Jackpot-Summen lassen die Umsätze jedoch stark sinken. Die Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg hat am Freitag bundesweit einen Rückgang um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bekanntgegeben. Zahlen für den Südwesten und die Region werden zur Jahresbilanz Mitte Januar veröffentlicht.

Von Bettina Dinse und Andreas Tschürtz

Region Heilbronn - Der Gang zur Lottoannahmestelle an einem Samstagmorgen gehört bei vielen zur Wochenendroutine. Finanzkrise und überschaubare Jackpot-Summen lassen die Umsätze jedoch stark sinken. Die Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg hat am Freitag bundesweit einen Rückgang um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bekanntgegeben. Zahlen für den Südwesten und die Region werden zur Jahresbilanz Mitte Januar veröffentlicht.

Ursachenforschung

„Letztlich sind die bundesweiten Zahlen auf Baden-Württemberg übertragbar“, erklärt ein Sprecher in Stuttgart auf Anfrage. Bereits 2007 war der Umsatz um zwei Prozent gesunken. Ein Auf und Ab der Spieleinsätze sei zwar normal, ein Rückgang um zwölf Prozent aber etwas Besonderes.

„Vor allem fehlt ein großer Jackpot“, sagt Ulrich Peters, Geschäftsführer der Toto-Lotto Bezirksdirektion Franken. 1,1 Millionen Euro in der Woche setzen die Spieler in den Landkreisen Main-Tauber, Neckar-Odenwald sowie Stadt- und Landkreis Heilbronn durchschnittlich ein. „Beim 45-Millionen-Jackpot vergangenes Jahr waren es dann plötzlich 2,6 Millionen“, sagt der 64-Jährige. „Diese Zusatzumsätze fehlen uns jetzt.“ Hinzu komme die Rezession: „Das Prinzip Hoffnung gilt zwar immer“, sagt Peters. „Aber wenn ich zehn Euro in der Tasche habe, kann ich nicht 20 ausgeben.“ Die Folge: „Die Leute machen halt ein Kästchen weniger.“

Nachgefragt

„Die Spielerzahl ist schon zurückgegangen, doch die Stammkunden kommen nach wie vor“, sagt Erika Laumen, Inhaberin der Lotto-Annahmestelle in der Allee. Ihre Stammkundin Sigrid Schuler sagt: „Ich fülle immer noch alle Kästchen auf meinem Lottoschein aus. Doch ich denke, es kommt schon auf den Verdienst an, welchen Betrag die Leute einsetzen.“

Jürgen Laumen (nicht verwandt) hat Annahmestellen in der Sülmerstraße und dem Kaufland in Neckarsulm. Seine Erfahrung: „Im Einkaufszentrum läuft es gut trotz Finanzkrise. Das Klientel dort ist einfach größer.“ Grundsätzlich bemerkt er aber seit Jahren einen Rückgang. „Die Stammkunden sterben. Junge rücken nicht nach.“

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