Hitzerekord im Unterland

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Das Wochenende war nicht nur gefühlt das heißeste seit langem, sondern auch den offiziellen Messdaten zufolge. Auf Freibäder und Seen gab es einen regelrechten Ansturm.

Von unserer Redaktion
Selten war das größte Heilbronner Freibad Neckarhalde voller als am Wochenende: Die Badezeit wurde zwar um eine halbe Stunde verlängert. Im Wasserbecken war nur noch Abkühlung, aber nicht mehr Schwimmen möglich. Foto: Andreas Veigel
Selten war das größte Heilbronner Freibad Neckarhalde voller als am Wochenende: Die Badezeit wurde zwar um eine halbe Stunde verlängert. Im Wasserbecken war nur noch Abkühlung, aber nicht mehr Schwimmen möglich. Foto: Andreas Veigel

Während die Temperaturen in der Region am Samstag noch mit gut 37 Grad knapp unter den historischen Höchstwerten blieben, wurde in Obersulm-Willsbach an der Messstation des Deutschen Wetterdienstes am Sonntag offiziell 37,7 Grad gemessen. So viel wie noch nie. Auch in Heilbronn war es wohl nie heißer.

Der bisherige Rekord des Wetterdienstes mit 38,5 Grad stammt aus dem Jahrhundertsommer 2003. Die Wetterstation gibt es nicht mehr. Doch Heilbronns Hobbymeteorologe Roland Rösch kann aushelfen: Sein alter Rekordwert stammt mit 38,6 Grad auch aus dem Jahr 2003. Am Sonntag zeigte Röschs Thermometer unfassbare 39,5 Grad an - das ist top in den 40 Jahren, in denen Rösch das Wetter aufzeichnet. Kraichgau und Hohenlohekreis verpassten mit 37,8 Grad knapp die historische Bestmarke, die 2003 0,1 Grad höher lag.

Zugeparkt

Die Rekordhitze trieb die Menschen in Scharen in Freibäder und an Seen. Mehr als 25.000 Besucher suchten am Wochenende Abkühlung im Breitensauer See. Zunehmend gereizt reagierten die Parkanweiser auf die Unverbesserlichen, die trotz der Absperrung auf die Parkplätze fahren wollen. In einem Umkreis von mehr als einem Kilometer waren mehr oder weniger alle halbwegs erlaubten Abstellplätze belegt, zahlreiche verbotene ebenfalls. Doru Negrea aus Obersulm-Willsbach und sein Sohn Stefan hatten nach drei Stunden genug und machten sich wieder auf den Weg zu ihrem Auto. "Es reicht", sagte der Zwölfjährige.

 


 

 

Eher spät zog es die Mühlbacherin Marita Friedel am Samstag an den See. Mittags suchte sie mit ihrem Hund lieber Abkühlung am Bach. "Gegen vier ist es vielleicht nicht mehr so voll", hoffte sie. Vorher war am Mühlbacher See kaum ein Eckchen im Schatten frei. Nelli Seer und Rima Senft hatten zum Glück ihren eigenen Sonnenschirm dabei. Obst und literweise Wasser zum Trinken waren bei den Eppingerinnen mit im Gepäck, um den Tag in der Natur zu genießen. "Besser als im Freibad, da ist mehr los", sagte Rima Senft.

Tatsächlich war das größte Heilbronner Freibad Neckarhalde am Wochenende proppenvoll: knapp 9000 Gäste am Samstag und Sonntag brachten das Bad an seine Kapazitätsgrenze. Weil durch einen Wettbewerb das Turmsprungbecken gesperrt war, suchten alle Abkühlung im 50-Meter- und Plantschbecken. Man sah fast kein Wasser mehr im Bassin vor lauter Körpern. Das machte aber Stammgast Stanislaw Rychcik (52) nichts aus. "Schön hier und gutes Wetter", freute sich der 52-Jährige.

Erfrischung

Das Freibad in Bad Friedrichshall war eine Stunde länger geöffnet: bis 21 Uhr. Am Samstagabend um 19 Uhr war es immer noch rappelvoll. 4211 Gäste hatte Gerlinde Röckel im Kassenhäuschen bis dahin registriert. "Schwimmen geht nicht mehr, aber zum Erfrischen ist es gut", sagte Jan Mehnert, der mit Sohn Silas und Partnerin Natalie Gotthelf den Tag im Bad verbrachte. tox, cgl, mut, jaz

 

Hitzeblog

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