Wer kauft an Heiligabend schon ein Auto?

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Heilbronn - Das gibt es nicht? Und ob. Während die große Masse an Heiligabend noch hektisch Vorbereitungen trifft oder allerletzte kleine Einkäufe für den Festabend tätigt, gibt es einige wenige Menschen, die an eher ungewöhnlichen Orten zu finden sind.

Von Carsten Friese
Heilbronn - Das gibt es nicht? Und ob. Während die große Masse an Heiligabend noch hektisch Vorbereitungen trifft oder allerletzte kleine Einkäufe für den Festabend tätigt, gibt es einige wenige Menschen, die an eher ungewöhnlichen Orten zu finden sind.

Heiligabend ins Autohaus? Wer denkt an dem Tag schon an einen Wagenkauf, ist der erste Gedanke. Bei unserer Stichprobe hatten sieben von 15 Heilbronner Autohändlern geöffnet. Die Runde zeigte: Autoverkäufer drehen an dem besonderen Tag nicht nur Däumchen.

Gut eineinhalb Stunden Probefahrt hat ein 42-jähriger Familienvater hinter sich, als er im gebrauchten Mercedes auf den Hof von Heermann-Rhein in der Neckarsulmer Straße zurückkehrt. Warum gerade heute? „Ich habe frei, die Weihnachtsgeschenke sind alle gekauft, der Tannenbaum steht“, zählt der Kunde auf. Er ist Auto-Fan, er sucht einen neuen Wagen. Und wenn es heute „100-prozentig gepasst hätte, dann hätte ich auch zugeschlagen“.

Auch bei Auto-Neff in der Lise-Meitner-Straße verweist Verkäufer Markus Bethmann auf Kundschaft am Morgen von Heiligabend. Ein Ehepaar habe einen schwarzen Kia abgeholt, als Weihnachtsgeschenk für sich selbst. „Sie wollten ihn quasi unterm Baum stehen haben.“ Auch mit zwei weiteren Kunden habe er ernsthafte Verkaufsgespräche geführt. „Langweilig wird uns nicht.“

Mit Ehefrau Rosalia, Sohn Mike (5) und Tochter Justine (10) ist der Ellhofener Joachim Deeg ins Audi-Zentrum an der Stuttgarter Straße gekommen. Er hat einen Q 5 am Tag zuvor Probe gefahren und heute zurückgebracht. „Mit einem autoverrückten Papa sind wir öfter im Autohaus“, meint seine Frau schmunzelnd. Jetzt gehen sie gemeinsam einkaufen in die Stadt. Es kämen immer wieder Kunden an Heiligabend, bestätigt Verkaufsleiter Holger Baur. „Die Frau schmückt den Baum, der Mann geht Autos gucken, das ist der Klassiker.“

Lachsfarbener Z 3

Eine weitere Station: Schwabengarage. Ruhig ist es hier gegen 9 Uhr. Nur Alexander T. (32) ist mit Frau und Kindern Kunde und lässt sich beraten. „Da kann man in Ruhe alles durchsprechen“, findet er den Heiligabend passend. Er sucht ein neues Auto, eventuell einen Ford. Heute vielleicht sogar ein Kauf? „Nein, ich will erst einmal in Ruhe alles kalkulieren.“  Die Weihnachtsgeschenke liegen bereits verpackt im alten Auto. Denn nachher geht es weiter zu den Großeltern nach Würzburg.

Einen echten Spontankauf an Heiligabend hat George Gabriel vom Autohaus Gabriel noch nicht erlebt. „Wenn, dann wird es abgeholt oder wir liefern es.“ An einen besonderen Verkauf am 24. Dezember kann sich dagegen Joachim Baumann bei Heermann-Rhein erinnern. 2002 sei ein Kunde an Heiligabend mit einem lachsfarbenen Z 3 und roten Nummernschildern vom Hof gefahren. Baumann: „Es war ein Weihnachtsgeschenk für seine Frau.“

 

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