Gutachter prüft Zukunft des Hans-Rießer-Hauses
Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Heilbronn sucht Nachmieter für eine Ladenfläche im Hans-Rießer-Haus. Aber auch der Verkauf des sanierungsbedürftigen Gebäudes ist nicht tabu.

Vor wenigen Tagen hat sich die Aufbaugilde mit ihrem Second-Hand-Laden aus dem Heilbronner Hans-Rießer-Haus (Foto: HSt/Archiv) verabschiedet. Die diakonische Einrichtung bündelt den Warenverkauf nun an der Austraße 31 in ihrem Sozialkaufhaus SB-Gilde-Center. Das Diakonie-Lädle für Ärmere und ein Frisör bleiben der Ecke Wollhausstraße/Am Wollhaus aber treu.
Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Heilbronn sucht für die frei gewordenen Flächen − 125 Quadratmeter im Erdgeschoss und 49 Quadratmeter im Keller − noch Nachmieter. "Wir haben einige Interessenten, aber leider war noch keiner dabei, der zu uns passt", erklärt Kirchenpfleger Rolf Krieg auf Stimme-Anfrage. Ansonsten seien die überwiegend kirchlich genutzen Räume derzeit komplett vermietet, am 1. Januar ziehe sogar eine neue Fachberatungsstelle ein.
Unabhängig davon macht sich die Kirche Gedanken über das 60 Jahre alte Verwaltungs- und Veranstaltungsgebäude, das von vielen "Hansi" genannt wird. Der Sanierungsbedarf ist gewaltig. 2014 wurden 40.000 Euro in einen neuen Fernwärmeanschluss gesteckt, 2015 rund 15.000 Euro in Teile der Betonfassade. Die Generalsanierung käme laut Gutachter auf stolze acht Millionen Euro − zu viel für die Kirche. Der Verkauf ist nicht tabu.
Deshalb lasse man derzeit gutachterlich verschiedene Zukunftsszenarien prüfen, sagt Krieg. Eine Möglichkeit wäre es, bisherige kirchliche Nutzer auf andere Standorte in Heilbronn zu verlagern oder bei einem Verkauf Teile der Räume wieder anzumieten. Das Gutachten sei noch nicht abgeschlossen, es soll im März dem Gesamtkirchengemeinderat vorgelegt werden. kra
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