Feiern bis in die Morgenstunden
Der Handballerfasching in Horkheim ist bei Partyfreunden in der Region Heilbronn Kult. Rund 1300 kostümierte Narren kamen und verwandelten die Stauwehrhalle in eine Stauwehrhölle.

Wenn gut 1300 kostümierte Feierwütige die Horkheimer Stauwehrhalle in die "Stauwehrhölle" verwandeln, ist der TSB-Handballerfasching angesagt. Am Samstagabend ist es wieder soweit, und alle sind da: Superman, Spiderman und Batman, Chefarzt und Krankenschwester, Pippi Langstrumpf und Conchita Wurst, Polizei und FBI, Tennissternchen und Weltmeisterkicker, Atze Schröder und Adiletten-Prolo, Transvestiten und Bauarbeiter, selbst Gevatter Tod hat den Weg nach Horkheim gefunden, um so richtig einen drauf zu machen.
Erfolgsfaktoren
Das Rezept dieser Erfolgsveranstaltung, die als eine der wenigen im Unterland das große Faschingspartysterben überlebt hat, ist denkbar einfach: Zwei erfahrene Bands wie Second Spring und die Schiedelband, die ganz genau wissen, wie man die Stimmung zum Kochen bringt, gut gelaunte Menschen, die sich amüsieren wollen, und ein stattliches Getränkeangebot. Neben Bier erfreut sich vor allem ein Jostabeer-Likör mit einem nicht druckfähigen Namen großer Beliebtheit beim Partyvolk. 3000 der Zweizentiliterfläschchen hat Herwig Jarosch, Vorsitzender der TSB-Handballer, in diesem Jahr geordert, nachdem das In-Getränk in den Vorjahren zu früh ausgegangen war. Und selbst die waren am Sonntagmorgen ausgetrunken. Auch die 135 Flaschen Wodka reichten nicht. "Wir haben nachts mit Hilfe eines unserer Sponsoren noch 30 Flaschen Nachschub besorgt", berichtet Organisator Jarosch.
Der große Durst der Besucher könnte auch mit einer Neuerung beim Handballerfasching zu tun haben. Die Gäste dürfen die Halle nicht verlassen, andernfalls wird erneut das Eintrittsgeld fällig. "Wir wollen damit verhindern, dass die Leute raus an ihr Auto gehen und sich dort mit Wodka versorgen", erläutert Jarosch diese Maßnahme. Wer gute Gründe anführen kann, darf kurz rausgehen, und für die Raucher ist ein abgesperrter Bereich reserviert. "Das hat sehr gut funktioniert", zieht Jarosch am Sonntag eine positive Bilanz. Er lobt das vorbildliche Publikum. "Es war ein Fasching, so schön, wie wir ihn lange nicht mehr hatten", sagt er. Nur ein Unruhestifter wurde aus der Halle verwiesen.
"Horkheimer Fasching ist einfach Kult", sagt Jochen Mulfinger aus Abstatt. "Schon meine Eltern waren immer hier zum Feiern". Heute lässt es der Unternehmensberater mit seinen Kumpels Marcel Wiedenmann und Mathias Büttner krachen. "Der Flirtfaktor ist hier sehr hoch", sagt Mulfinger augenzwinkernd.
Hochzeit
Für manche ist Horkheim gar der perfekte Ort für die Hochzeitsnacht. Ulrike und Quirin Erbschwendner haben nachmittags geheiratet, jetzt wird getanzt bis in die Puppen. "Wir haben die Hochzeit extra so gelegt", sagt die Horkheimerin, deren Eltern als Helfer im Einsatz sind. Ihr Mann Quirin freut sich auf eine lange Partynacht. "Heute geht"s voll durch", sagt der Bräutigam, der als Kölner reichlich Karnevalserfahrung mitbringt.

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