Farben verzaubern Gebäude
Bunte Lichtinstallationen beeindrucken die Besucher bei "Bad Friedrichshall leuchtet" in der Innenstadt.

Architektur orientiert sich zu großen Teilen an der Funktion eines Gebäudes. Ein Mal im Jahr löst sich in Bad Friedrichshall dieser Zusammenhang auf, Gebäude werden zur Projektionsfläche reiner Ästhetik. Der Tübinger Lichtkünstler Daniel Liewald setzt auch am Samstag bei "Bad Friedrichshall leuchtet" wieder farbige Akzente. Tausende Besucher lassen sich beeindrucken. Von den Lichtinstallationen, von mehreren Bands.
Gegen 22 Uhr hat sich die Nacht durchgesetzt. Die letzten Reste an Helligkeit stören Daniel Liewald nicht mehr. Konzentriert richtet er den Projektor am Rathaus aus, das schnell seine Alltagsfarbe verliert. Mit dem Ergebnis ist der Tübinger aber vorerst nicht zufrieden, er will eine andere Linse zum Einsatz bringen. "Ein festes Thema gibt es hier in Bad Friedrichshall nicht", erklärt der Künstler der Stimme. Ziel sei, Gebäude so zeigen, wie man sie nicht kennt. Für die Metamorphose der Häuser arbeitet Daniel Liewald ein Konzept aus. "Das dauert einige Wochen."
Die vier bis sieben Kilowatt starken Projektoren werfen maßgeschneiderte bunte Bilder an die Fassaden. Zum Teil ist jede Fensteröffnung eingearbeitet. Wellenformen brechen die geraden Kanten der Gebäude. Ein Kubus ist auf ein Mal kein Kubus mehr. Liewald setzt zuweilen auf akustische Ergänzungen, bei tanzenden Luftblasen beispielsweise. Dies alles lassen die Besucher auf sich wirken, viele greifen zum Smartphone, um die bunte Pracht zu fotografieren.
Während der Tübinger Künstler für die optischen Reize zuständig ist, übernehmen Cover-Bands den musikalischen Part. Auf mehreren Bühnen spielen sie bekannte Hits. Von AC/DC über die Toten Hosen bis zu ZZ Top. Gastronomen und die Jugendfeuerwehr bewirten die Gäste, von denen viele Taschen mit sich herumtragen. Bis 24 Uhr sind nämlich auch die Läden geöffnet.
"Das ist ein wichtiger Tag für uns", sagt Michael Ertle, Inhaber des Schuhhauses Link. Man könne gute Geschäfte machen. Sein Laden ist zwar gut gefüllt, so ganz zufrieden ist Ertle aber nicht. "Es war schon mehr los." Vergleichsweise hohe Temperaturen, viele Konkurrenveranstaltungen im Umland und das Länderspiel macht der Unternehmer dafür verantwortlich.
Michael Ertle weist auf den großen Aufwand hin, den das Gewerbe betreibe. "Wir arbeiten heute von 9 bis 24 Uhr." Das sieht Susanne Gruber von der Buch-Oase ähnlich. "Bad Friedrichshall leuchtet" ist aber eine gute Möglichkeit für uns, Werbung zu machen."

Stimme.de