Erlenbacher Weinfest: Beginn mit Sonne und Riesenglas
Zum 39. Mal findet das Weinfest rund ums Rathaus statt. Von Freitag bis Montag wird gefeiert - tausende Besucher werden in die Gemeinde strömen.
Der Riesenkelch mit Roséwein wandert durch die Reihen des Erlenbacher Musikvereins. Trompeten, Querflöten, Tenorhörner - das 39. und vier Tage lange Erlenbacher Weinfest ist eröffnet. Daniel Hahn hat den Überblick. Er sitzt mit seiner Tuba in der letzten Reihe der Kapelle, er fügt den Stücken des Musikvereins die tiefen Töne hinzu, schaut in Hunderte Gesichter, Kameras, sieht zahllose erhobene Gläser. Der Musikverein eröffnet traditionell das größte Erlenbacher Fest musikalisch, nach flotten Begrüßungsworten von Bürgermeister Uwe Mosthaf.
Als Daniel Hahn nach den letzten Klängen des eigens fürs Fest komponierten Weinfestmarschs aufschaut, hat Wolfgang Schwager am Stand direkt gegenüber schon so manche Stärkung verkauft. "Am beliebtesten sind Brote mit Leber- und Griebenwurst", sagt der 56-Jährige, bis auf das allererste Fest vor 39 Jahren hat er alle als Helfer miterlebt. "War etwas Warmes mag, nimmt die Maultaschen." Wein gibt es am Stand der Erlenbacher Feuerwehr selbstverständlich auch.
Viertele gehen über den Tresen
Zu "Skyfall" aus dem gleichnamigen James-Bond-Film hat der Erlenbacher Musikverein eine stimmgewaltige Sängerin zu bieten, linkerhand des Tubaspielers gehen beim Radsportverein reichlich Viertele über den Tresen. "Bei dem Wetter geht Weißherbst besonders gut", sagt Jürgen Nachbar und schmunzelt. "Aber der geht ja eigentlich immer." Wo es nicht ganz so heiß ist, sieht er auch Chancen für die Rotweine im Sortiment der Radler, auch sie werden in Kühlschränken gelagert. "bei zehn bis zwölf Grad", wie der Erlenbacher erläutert, er ist von den Anfängen des Fests vor knapp 40 Jahren dabei.
Könnte sich Daniel Hahn mit seiner Tuba umdrehen, hätte er den Ursprung des Knalls gesehen - am Sektstand knallen die Korken. "Riesling trinkt eher das mittlere Alter", sagt Diana lächelnd, während sie eines der schlanken Gläser füllt. "Weißherbst und Muskateller kommen besonders bei den Jüngeren gut an." Unter den grünen Sonnenschirmen stehen die Sekttrinker in Grüppchen um ein halbes Dutzend Bistrotische, schauen Daniel Hahn in die Noten.
Organisator
Ein paar Plätze neben dem Tubaspieler sitzt Klaus Varga. In der Musikkapelle spielt er Tenorhorn, im Festverein die erste Geige. "Auch nach der langen Zeit bin ich ein bisschen aufgeregt", sagt der 54-Jährige, beruflich beschäftigt sich der Physikingenieur mit Elektronik. Seit 25 Jahren organisiert Varga das Großereignis, seit vergangenem Jahr als Chef des eigens gegründeten Festvereins. Zu koordinieren gibt es genug, etwa die 160 Helfer, die seit Tagen mit dem Aufbau beschäftigt waren. "Das Wetter ist perfekt, die Leute kommen, jetzt geht es los", sagt er. Der Musikverein spielt die Südböhmische Polka.


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